An Ressort: HM-HETZELMEDIA

Von       : H.HETZEL, Den Haag

Datum     : 8.1.2021

Niederlande/Drogen

Amsterdam will keine Drogentouristen mehr/Verkauf von Marihuana in den Coffeeshops an Ausländer soll verboten werden/Zahl der Coffeeshops soll halbiert werden

Von HELMUT HETZEL

Amsterdam. Die niederländische Hauptstadt Amsterdam will keine Drogentouristen mehr. Um ausländische Drogentouristen abzuschrecken, will die Amsterdamer Bürgermeisterin Femke Halsema den 166 Coffeeshops in Amsterdam verbieten, künftig weiche Drogen wie Marihuana und Haschisch an Ausländer zu verkaufen. Nur wer per Ausweis nachweisen kann, dass er oder sie in den Niederlanden wohnt oder NiederländerIn ist, soll weiterhin den Stoff für den Joint in den Coffeeshops erwerben können.

,,Durch diese Maßnahme wird der Markt übersichtlicher und vermindert sich die Zahl der Coffeeshops,‘‘ sagt  Femke Halsema, die der Partei der Grünen ,,Groen Links‘‘ angehört, in einem Interview mit der Zeitung ,,de Volkskrant.‘‘

Ihre neue Anti-Ausländer-Politik in Sachen weicher Drogen bezeichnet Halsema als ,,Politik nach dem i-Kriterium.‘‘ Das Kürzel ,,i-Kriterium‘‘ steht für ,,Inländer-Kriterium.‘‘

 

Duch politician Femke Halsema, former leader of the GreenLeft parliamentary party, Groen Links, applauds during a meeting with her supporters in Utrecht, The Netherlands,.following municipal elections, on March 3, 2010.  AFP PHOTO ANP ILVY NJIOKIKTJIEN netherlands out – belgium out (Photo credit should read Ilvy Njiokiktjien/AFP via Getty Images)

Die Amsterdamer Bürgermeisterin strebt mit der Maßnahme und der Einführung des ,,i-Kriteriums‘‘ auch an, die Zahl der Coffeeshops in Amsterdam auf künftig nur noch 83 zu halbieren. Derzeit zählt die niederländische Hauptstadt mit 166 Coffeeshops rund eine Drittel aller Coffeeshops des Landes in denen kleine Mengen so genannter weicher Drogen wie Marihuana von bis zu fünf Gramm pro Person legal verkauft werden dürfen. Den Großteil ihres Umsatzes machen die Amsterdamer Coffeeshops mit ausländischen Drogentouristen, die nur zum Blowen eines Joints und zum Einkauf von weichen Drogen nach Amsterdam reisen. ,,Wir haben unter ausländischen Touristen eine Umfrage gemacht. Und 58 Prozent von ihnen sagten, dass sie nur wegen der Coffeeshops nach Amsterdam kommen,‘‘ stellt Bürgermeisterin Femke Halsema fest.

 

Die Amsterdamer Bürgermeisterin Femke Halsema – zieht sie da an einem Joint?

 

Die grüne Bürgermeisterin von Amsterdam hat noch eine kuriose Idee. Sie schlägt allen Ernstes vor, die Coffeeshops, die die neue strenge Anti-Ausländerpolitik überleben, mit einem Prädikat zu adeln. ,,Die Coffeeshops, die das überleben, denen können wir vertrauen. Sie werden belohnt und ausgezeichnet. Sie dürfen dann mehr weiche Drogen im Vorrat haben. Das macht sie unabhängiger von den Kriminellen,‘‘ meint die Amsterdamer Bürgermeisterin in ihrer anscheinend grenzenlosen Naivität. Aber fest steht: Nach der heuchlerischen Logik der niederländischen Coffeeshop-Politik müssen die Coffeeshops all ihre Drogen auch weiterhin illegal bei der Drogenmafia ,,durch die Hintertür‘‘ einkaufen, wie das hierzulande blasphemisch genannt wird. Das gilt für jeden Coffeeshop. Denn der Verkauf von weichen Drogen in den Coffeeshops ist legal. Der Einkauf der Drogen von den Coffeeshops bei der Drogenmafia ist illegal, wird aber geduldet.

 

Die Amsterdamer Bürgermeisterin Femke Halsema mit Amtskette

Der Vorgänger im Amt des Bürgermeisters von Amsterdam, der inzwischen verstorbene Eberhard van der Laan, hatte bereits eine ähnliche Idee. Er kaum zu dem Schluss: ,,Das ist nicht ausführbar.‘‘Es ist nicht nur nicht ausführbar. Es ist völlig realitätsfremd. Warum? Erstens: Wer soll den Verkauf der weichen Drogen in den Coffeeshops nur an Niederländer kontrollieren? Muss künftig in jedem Coffeeshop ein Polizist sitzen, der eine Ausweiskontrolle durchführt? Und: Verstößt das Verkaufsverbot von weichen Drogen an Ausländer nicht gegen das Diskriminierungsverbot? Denn, zweitens, Ausländer werden durch diese Maßnahme des i-Kriteriums, die die Bürgermeisterin einführen will, schlichtweg diskriminiert.

 

Der berühmt-berüchtigte Amsterdamer Coffeeshop ,,De Buldog“

Außerdem: Der Drogenhandel wird sich dann auf die Straße verlagern. Die einheimischen Niederländer werden wohl massenhaft die Drogen in den Coffeeshops einkaufen, um sie auf der Straße mit Gewinn an Ausländer weiter zu verkaufen. Amsterdam, ohnehin schon die Drogenhauptstadt Europas, wird dann zu einem wahren Dealer-Paradies werden. Jeder, der einen niederländischen Pass in der Tasche hat, wird dann versucht sein, in den Coffeeshops den Stoff für den Joint einzukaufen, um damit mit den Ausländern, die das nicht dürfen, Geschäfte zu machen. ,,Het word van kwad tot erger,‘‘ sagt man in den Niederlanden dazu. Frei übersetzt: Man kommt vom Regen in die Traufe.

 

Femke Halsema, Bürgermeisterin von Amsterdam

Aber die Amsterdamer Bürgermeisterin glaubt in ihrer realitätsfremden Naivität fest daran, ,,dass dann der wichtigste Grund, um mit einem Billigflug nach Amsterdam zu fliegen, wegfällt,‘‘ wenn sie ihre i-Kriterien-Politik gegen ausländische Drogentouristen einführt. ,,Wir werden dann wohl nur noch 68 Coffeeshops brauchen, die nur noch den lokalen Markt bedienen‘‘ prognostiziert sie. Es ist reines Wunschdenken, ganz so wie das von Donald Trump, der glaubt, die US-Wahl gewonnen zu haben.

Und: Wie wird die mächtige Amsterdamer Drogenmafia reagieren?

 

Typisch Amsterdam – Grachten in der Dämmerung

 

 

Schönes Amsterdam – mit fiets – Fahrrad – und Gracht, Stadtteil Jordaan

Links:

 

www.amsterdam.nl

www.helmuthetzel.com

www.hetzelmedia.com

www.haagsche-salon.com

 

Amsterdamer Bürgermeisterin Femke Halsema bestellt zwei Stangen Zigaretten in Luxemburg – bekommt dafür aber zwei Pantoffeln – schönes Wortspiel auf Niederländisch

 

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