HM-HETZELMEDIA

Von       : H.HETZEL, Den Haag

Datum     : 10.6.2026

 

Niederlande/Sexualität

 

HM-Interview mit Sas Steysiger der einzigen Erektions-Coachin der Niederlande

„Nooit meer Slap“ – Nie mehr schlapp

Von HELMUT HETZEL

Frage (F): Frau Steysiger, Sie üben einen neuen Beruf aus und haben darüber ein Buch mit dem Titel „Nooit meer Slap“ – Nie mehr schlapp – geschrieben. Sie nennen sich „Erektionscoach“. Wie beheben Sie Erektionsprobleme bei Männern. Legen Sie selbst Hand an?

Antwort (A): Das kann über Online-Coaching und auch über Live-Sitzungen erfolgen. Bei persönlichen Terminen liegen die Männer auf dem Behandlungstisch, und ich arbeite tatsächlich mit ihrem Körper, aber immer mit einem Ziel: den Männern zu helfen, mehr Verbindung zu ihrem eigenen Körper zu bekommen.

Die Unterhose bleibt an. Ich berühre den Penis nicht, es passiert nichts Sexuelles.

Wir sprechen auch nicht stundenlang nur über den Penis. Wir sprechen über den Menschen selbst – über das, was in seinem Kopf passiert, über die Ursache seines Problems und die Gründe dessen, was im Bett schiefläuft.

F: Sie sind also eine Therapeutin und keine Prostituierte. Wie bringen Sie in „tote Hosen“ neues Leben?

A: Ich bin wirklich Coach, keine Therapeutin und ganz sicher keine Prostituierte.

Es geht auch nicht darum, „etwas wieder zum Leben zu erwecken“ – das klingt, als würde ich einen Trick anwenden. Es ist kein „Kunstgriff“ oder eine schnelle Lösung.

Ich helfe Männern zu fühlen und zu verstehen, was in ihrem Körper passiert. Warum eine Erektion ausbleibt, wenn Stress, Spannung und Druck entstehen. Wir beginnen fast immer bei der Basis: der Atmung. Nicht spirituell oder esoterisch, sondern ganz konkret lernen, im Körper präsent zu sein.

Wenn das Nervensystem in den Stressmodus gerät, verengen sich die Blutgefäße, auch im Penis. Stress ist der Erektionskiller Nummer eins. Dann funktioniert nichts mehr. Die Atmung ist der schnellste Weg zurück zu einem ruhigen Nervensystem und mehr Entspannung im Körper.

Sas Steysiger – die erste Erektions-Coachin der Niederlande

 

F: Was ist Ihrer Meinung nach die Ursache von Erektionsstörungen bei Männern?

 

A: Stress und Leistungsdruck. Fast immer. Der Mann ist im Kopf mit anderen Dingen beschäftigt, während er im Bett liegt. Er bewertet sich selbst, statt zu fühlen. Wenn es einmal zuvor nicht geklappt hat, nimmt er diese Unsicherheit beim nächsten Mal mit ins Schlafzimmer: „Funktioniert es? Werde ich hart genug? Komme ich zu schnell?“

Und dann passiert genau das Gegenteil von dem, was er will. Es ist wie bei dem Satz: Denk nicht an einen rosa Elefanten und dann denkst du sofort daran.

F: Verwenden Sie bei Ihrem Erektionscoaching auch Pornofilme oder Viagra?

A: Nein. Ich empfehle eher eine Pornopause von mindestens 30 Tagen. Und auch Viagra empfehle ich nicht. Für eine kleine Gruppe kann es funktionieren, aber für viele ist es nur ein Pflaster auf einer Wunde, die darunter weiterblutet. Sechzig Prozent der Männer, die zu mir kommen, haben bereits Viagra ausprobiert, ohne Erfolg. Sonst würden sie nicht zu mir kommen.

 

Viagra und Porno

F: Warum funktioniert Viagra bei manchen Männern nicht? Und Porno?

A: Viagra behandelt nicht die Ursache, sondern umgeht sie. Porno trainiert das Gehirn auf extreme Reize. Männer, die viel Pornografie konsumieren, werden abgestumpft. Dann liegt eine echte Partnerin im Bett, und sie müssen die Augen schließen, um Erregung zu spüren. Sie haben kein körperliches Problem, sondern es ist eine konditionierte Reaktion des Gehirns, das sie hemmt.

V: Wie hoch ist Ihre Erfolgsquote?

A: Das ist unterschiedlich je nach Beschwerde, Alter, Geschichte und Verlauf. Was ich sagen kann: Es gibt fast immer Fortschritte. Nur wenn die Ursache rein medizinisch ist, verweise ich an einen Arzt. In den meisten Fällen gibt es jedoch eine positive Entwicklung und Verbesserung der Erektionsfähigkeit.

V: Wie kann eine Frau Ihrer Meinung nac einen Mann am besten erregen?

A: Geduld haben, Spaß haben, sich gemeinsam auf die Liebe, auf die Nähe fokussieren. Vor allem: Das Ziel des Orgasmus loslassen. Wir haben eine starke, ungesunde Fixierung auf Penetration und Orgasmus.

Wenn man das gemeinsam weglässt, entsteht viel mehr Raum für Entspannung und Freude.

Und: über Sexualität sprechen, aber nicht im Schlafzimmer, wenn etwas nicht funktioniert. In einem ruhigen Moment, ohne Druck reden, das hilft mehr. Ein Gespräch am Küchentisch löst oft mehr als jede Technik im Bett.

V: Vielen Dank für das Gespräch.

 

Zur Person: Sas Steysiger (44)

 

Sas Steysiger ist Erektionscoach und spezialisiert auf Intimität, Beziehungen, Sexualität und Bodywork. Sie ist die einzige weibliche Erektionscoachin in den Niederlanden.

Sie begleitet Einzelpersonen und Paare weltweit in persönlichen Gesprächen und Behandlungen  und in Online-Programmen. Sie präsentiert den Podcast „Sex mit Sas“ und ist Mutter von drei Söhnen. Ihr LinkedIn-Account „Sas Steysiger“ ist ihr größter und wichtigster Kommunikations-Kanal.

Ihr Buch „Nooit meer Slap“ – Nie mehr schlapp – ist ihr Debüt. Es erschienen 2026 beim Krummholz-Verlag. Preis: 18,99 Euro, und ist auch als E-Book erhältlich. Im Herbst 2026 erscheint ihr zweites Buch: : Frauen.

Links:

www.hetzelmedia.com

www.helmuthetzel.com

www.haagsche-salon.com

 

Mein neues Buch:

 

Bestellen:

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