HM-HETZELMEDIA

Von       : H.HETZEL, Den Haag

Datum     : 14.1.2026

Niederlande/Venezuela/Schweiz/Shell/Trafigura/ Vitol

Shell will Milliarden in sein ehemaliges Fördergebiet Venezuela investieren

Auch die Öl-Unternehmen Vitol und Trafigura wollen in Venezuela aktiv werden

Shell bohrte als erster Ölkonzern 1914 nach Öl in Venezuela

Von HELMUT HETZEL

 

Den Haag. Europas größter Öl- und Gaskonzern Shell will Milliarden in sein ehemalgies Öl-Fördergebiet Venezuela investieren.

Das hat Shell-Konzernchef Wael Sawan bei einem Treffen im Weißen Haus mit Präsident Donald Trump angeboten.

Die großen Ölhandelskonzerne Vitol und Trafigura sind von Washington angesprochen worden, venezolanisches Öl auf den Markt zu bringen, berichtet die Zeitung „De Telegraaf.“

Durch die Einschaltung solch großer Handelshäuser wie Vitol und Trafigura, die  globale weltweite Netzwerke haben, könnte venezolanisches Öl schon innerhalb weniger Wochen auf den Markt gelangen.

Shell CEO Wael Savan

 

Shell-Chef Sawan machte Trump demnach Zusagen über Investitionen in Venezuela in Milliardenhöhe, geht aus einer Videoaufzeichnung über das Gespräch mit Trump hervor.

Milliarden in Venezuela investieren

„Wir sind bereit, in Venezuela loszulegen, und wir haben mehrere Milliarden Dollar an Investitionsmöglichkeiten“, sagte Sawan. Der Zugang zu den großen Ölvorkommen in dem südamerikanischen Land ist jedoch nur möglich, wenn die USA grünes Licht geben, nachdem Sanktionen gegen die Förderung und den Export aus Venezuela verhängt worden sind.

Shell-CEO Sawan erläuterte im Weißen Haus auch die historische Verbindung von Shell zu Venezuela. „Wir haben 1914 die erste Bohrung dort vorgenommen, mit der Öl in Venezuela gefördert wurde. Das war der Start und die Grundlage auf der die gesamte Energieindustrie des Landes entstand,“ so der Shell-Chef.

Shell baute die Ölindustrie in Venezuela auf

Shell war also als erster Ölkonzern bereits vor mehr als hundert Jahren in Venezuela aktiv. Dank des niederländisch-britischen Unternehmens, das zu jener Zeit von dem legendären niederländischen Manager Henri Deterding geführt wurde, kam die venezolanische Ölproduktion überhaupt erst in Schwung. Folge: Venezuela wurde 1928 sogar zum größten Erdölexporteur der Welt. Diese Position behielt Venezuela bis etwa 1970.

Der von Ursprung niederländisch-britische Öl-Konzern Royal Dutch-Shell, der in 2024 hauptsächlich mit Öl und Gasverkäufen einen Umsatz von rund 284 Milliarden US-Dollar erzielte, verließ Venezuela jedoch in den 1970er-Jahren, nachdem die sozialistische Regierung ausländische Öl-Produzenten verstaatlicht hatte.

Allerdings: Ohne tiefgreifende Renovierungen der Ölindustrieanlagen in Venezuela bleibt jede Produktionssteigerung ein Wunschtraum, so die Internationale Energieagentur IEA in Paris. Es sind also hohe Investitionen erforderlich.

Außerdem: Derzeit verfügt Shell über keine eigene Öl- oder Gasproduktion in Venezuela.

Shell besitzt jedoch Entwicklungsrechte, unter anderem am großen Gasfeld Dragon. Über lokale Unternehmen ist Shell in Venezuela weiterhin präsent. „Wir haben die ganze Zeit über „boots on the ground“ – unsere Füße am Boden – in Venezuela gehabt“, so Sawan.

Öl-Analysten wie Rystad Energy meinen, es müssten 50 bis 100 Milliarden Dollar investiert werden, um den seit den 1970er-Jahren verfallenen Ölsektor in Venezuela zu modernisieren und wiederherzustellen.

Die nachgewiesenen Ölreserven von Venezuela betragen   zwischen 303–308 Mrd. Barrel je 159 Liter. Venezuela hat derzeit schätzungsweise 50 Millionen Barrel Öl auf Lager.

Zum Vergleich:

Die Ölreserven von Saudi-Arabien werden auf 267–268 Mrd. Barrel geschätzt.

Der US-Konzern Chevron ist das einzige US-Unternehmen mit einer Lizenz zur Verarbeitung des schweren venezolanischen Öls, für das US-Sanktionen gelten. Amerikanische Marineschiffe haben kürzlich fünf Tanker mit venezolanischem Öl beschlagnahmt, das vor allem für China bestimmt war.

Die USA behaupten, dass die venezolanischen Ölquellen historisch betrachtet amerikanisch seien. Nach der militärischen Intervention in Venezuela am 3. Januar und der Verhaftung von Präsident Nicolás Maduro, der inzwischen in den USA im Gefängnis sitzt, erklärte der US-Präsident, er werde Unternehmen finden, die Investitionen „von sicher 100 Milliarden Dollar“ zur Ölförderung in Venezuela vornehmen. Shell gehört wohl mit dazu.

Die US-Ölriesen verlangen jedoch harte Garantien für eine Rückkehr nach Venezuela: „Niemand investiert dort, wenn ein einziger Tweet die gesamte Politik wieder ändern kann,“ ließen sie verlauten.

 

Shell-Raffinerie

Über Vitol und Trafigura

Vitol, 1966 in Rotterdam von den Niederländern Henk Viëtor und Jacques Detiger gegründet, hatte 2024 einen Umsatz von über 404 Milliarden Dollar und ist einer der führenden Ölhandelskonzerne der Welt.

Vitol hat in Venezuala bereits mit einem ersten Transport von 460.00 Barrel Naphtha, leichtem Erdöl, begonnen, teilte das Unternehmen mit.

Dieses leichte Öl wird benötigt, um das schwere venezolanische Rohöl zu verdünnen, damit es transportiert und verarbeitet werden kann.

Über Trafigura:

Trafigura, wurde 1993 gegründet und hat seinen steuerlichen Sitz in Amsterdam. Trafigura erwirtschaftete 2024 einen Umsatz von über 240 Milliarden US-Dollar.

Operativ wird Trafigura von Genf aus geleitet. Dort befindet sich das wichtige operative Center, das als die eigentliche Hauptniederlassung der Trafigura gilt.

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Von       : H.HETZEL, Den Haag

Datum     : 5.1.2026

Niederlande/USA/Venezuela/Öl

Nicht die Amerikaner:

Die niederländisch-britische Royal Dutch/Shell baute die Infrastruktur für die Ölförderung in Venezuela in den 10er und 20iger Jahren des letzten Jahrhunderts maßgeblich auf

Von HELMUT HETZEL

Den Haag. Der amerikanische Präsident Donald Trump ist für seine direkte oft auch rüde Sprache bekannt. Er ist auch ein Meister darin, „alternative Wahrheiten“ zu erzählen und so zu generieren, so wie er es nennt. Andere nennen das „Fake News.“

Die neueste „alternative Wahrheit“ des Donald Trump ist, dass US-Konzerne die venezulanischen Ölindustrie alleine aufgebaut und die Grundlage für die Ölförderinfratstruktur in Venezuela gelegt haben, das über die größten nachgewiesenen Ölreserven der Welt verfügt.

Ölreserven

Die nachgewiesenen Ölreserven von Venezuela betragen   zwischen 303–308 Mrd. Barrel je 159 Liter. Zum Vergleich:

Die Ölreserven von Saudi-Arabien werden auf 267–268 Mrd. Barrel geschätzt.

Venezuela ist also schon mehr als 100 Jahre eines der wichtigsten Ölförderländer der Welt.

Dass die USA allein dort die Ölförderstruktur aufgebaut haben ist, um es zurückhaltend zu formulieren, nur die halbe Wahrheit. Man könnte auch sagen: Es stimmt nicht.

Denn der erste große ausländische Investor in der Erdölförderung Venezuelas war die niederländisch-britische „Koninklijke Olie/Shell,“ also die Royal Dutch/Shell-Gruppe. Die niederländische Royal Dutch N.V. hielt an diesem Ölkonzern mit 60 Prozent damals die Mehrheit.

 

Shell war bereits vor mehr als hundert Jahren in Venezuela aktiv. Dank des niederländisch-britischen Unternehmens, das zu jener Zeit von dem niederländischen Manager Henri Deterding geführt wurde, kam die venezolanische Ölproduktion überhaupt erst in Schwung. Folge: Venezuela wurde 1928 sogar zum größten Erdölexporteur der Welt. Diese Position behielt Venezuela bis etwa 1970.

Henri Wilhelm August Deterding (1866-1939) war der Vorstandschef der „Koninklijke Nederlandse Petroleum Maatschappij“ – Royal Dutch und des gesamten  niederländisch-britischen Shell-Konzerns.

Henri Deterding (1866–1939) war ein Visionär und ein großer Stratege. Der in Amsterdam geborene weitsichtige und legendäre Unternehmer, stand zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts an der Spitze der Royal Dutsch-Shell-Gruppe. Er führte das Unternehmen rund 30 Jahre lang von 1907 bis 1936 und investierte viel in Venezuela auf den niederländischen Karibik-Inseln, die direkt vor der Küste Venezuelas liegen.

Der frühe Ölboom in Venezuela ist hauptsächlich Deterding und seiner strategischen Weitsicht zu verdanken. Er ließ auch große Raffinerien auf den niederländischen Karibik-Inseln Aruba und Curaçao bauen. Dort wurde das Öl aus Venezuala verarbeitet.

Die Raffinerie bei Willemstad auf Curaçao war beispielsweise während des Zweiten Weltkriegs der wichtigste Lieferant von Kerosin für alliierte Flugzeuge. Sie waren mit kriegsentscheidend.

Erst nach der Entdeckung der großen Ölfelder durch Shell in Venezuela begannen auch amerikanische Unternehmen mit der Erdölförderung in dem südamerikanischen Land.

 

Shell – Offshore-Ölförderung

Geschichten von Shell im Jahr 2025

Shell, Standard Oil (USA) und Gulf Oil (USA) bildeten bis Ende der 1920er-Jahre dann den Kern der ausländischen Ölmächte in Venezuela. Die damalige Regierung in Venezuela vergab Ölförder-Lizensen an diese ausländischen Ölfirmen.

Die Ölindustrie Venezuelas wurde 1975 verstaatlicht. Am 1. Januar 1976 übernahm der Staat alle Ölaktivitäten und gründete den staatlichen Konzern PDVSA (Petróleos de Venezuela, S.A.), womit ausländische Unternehmen ihre Kontrolle über Förderung und Export von venezulanischem Öl verloren.

Zur Person:

 

Henri Wilhelm August Deterding (1866-1939) was directeur-generaal van de Koninklijke Nederlandse Petroleum Maatschappij en directeur-generaal van het Koninklijke Shell Concern.

Henri Deterding (1866–1939) war ein niederländischer Unternehmer und einer der einflussreichsten Ölmanager des frühen 20. Jahrhunderts.

Geboren am 19. April 1866 in Amsterdam, begann Deterding seine Karriere im Finanz- und Handelsbereich. 1900 trat er in die niederländische „Koninklijke Nederlandsche Petroleum Maatschappij“ ein, die später mit der britischen Shell Transport & Trading Company zur Royal Dutch/Shell Group fusionierte. Deterding wurde 1907 Generaldirektor und prägte den Konzern über drei Jahrzehnte hinweg maßgeblich.

Unter seiner Führung entwickelte sich Shell zu einem globalen Ölriesen und einem „Global Player,“ der erfolgreich mit Standard Oil konkurrierte. Deterding forcierte die internationale Expansion, unter anderem in Russland, Südostasien und Venezuela, und trug entscheidend dazu bei, Shell als vertikal integrierten Energiekonzern weltweit zu etablieren.

Politisch war Deterding allerdings umstritten. Er war ein entschiedener Antikommunist und sympathisierte in den 1930iger Jahren zeitweise offen mit dem Nationalsozialismus, was seinem Nachruhm schadete.

Henri Deterding starb am 4. Februar 1939 in St. Moritz, Schweiz. Heute gilt er als eine Schlüsselfigur der frühen globalen Ölindustrie. Er war wirtschaftspolitisch ein Visionär und großer Stratege. Politisch ist er umstritten.

Links:

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www.helmuthetzel.com

www.haagsche-salon.com

 

Shell-Tankstelle

 

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