HM-HETZELMEDIA

Von       : H.HETZEL, Den Haag

Datum     : 26.7.2026

 

English Version – see below

 

Niederlande/Strafgerichtshof

 

Chefankläger des Strafgerichtshofs Karim Khan entlassen

Die Entlassung von Khan beschädigt die Reputation des Internationalen Strafgerichtshofs weiter/Russland, die USA, China und Israel erkennen seine Gerichtsbarkeit nicht an

Von HELMUT HETZEL

Den Haag. „Der Internationale Strafgerichtshof (IStGH) nimmt die Entscheidung zur Kenntnis, die auf einer Sondertagung der Versammlung der Vertragsstaaten (Assembly of States Parties, ASP) am 24. Juli 2026 verabschiedet wurde. Darin wurde beschlossen, den Ankläger seines Amtes zu entheben, nachdem festgestellt worden war, dass er sich eines schwerwiegenden Fehlverhaltens sowie einer gravierenden Verletzung seiner Amtspflichten schuldig gemacht hat.“ So wird die Entlassung von Chefankläger Khan in einer Pressemitteilung der ASP, die nun vom Strafgerichtshof in Den Haag ebenfalls veröffentlicht wurde, bekannt gegeben.

Die Amtsenthebung des 56jährigen britischen Chefanklägers Karim Khan trat mit sofortiger Wirkung in Kraft, heißt es darin weiter. Die Entlassung von Chefankläger Khan erfolgt nach einer langwierigen Untersuchung, die zum Ergebnis kam, Khan habe ihm unterstellte Mitarbeiterinnen sexuell belästigt und genötigt.

 

Karim Khan – entlassen als Chefankläger der Internationalen Strafgerichtshofs. Vorwurf: Sexuelle Belästigung

Der Gerichtshof ruft daher dazu auf, die Privatsphäre und die Rechte aller an diesem Verfahren beteiligten Personen zu respektieren.

Ende 2024 geriet der Chefankläger des IStGH ins schiefe Licht und in die Schlagzeilen, nachdem eine malaysische Juristin des IStGH ihm sexuelles Fehlverhaltens vorgeworfen hatte. Die Frau, die zu seinen unmittelbaren Mitarbeiterinnen gehörte, erklärte, Khan habe sie über einen längeren Zeitraum unter Druck gesetzt, eine sexuelle Beziehung mit ihm einzugehen. Nach ihren Angaben geschah dies nicht einvernehmlich. Außerdem habe er sie wiederholt in schwerwiegender Weise sexuell belästigt und unangemessen berührt, behauptet sie.

Der Internationale Strafgerichtshof untersuchte die Vorwürfe in den vergangenen anderthalb Jahren. Der Untersuchungsbericht kommt zu dem Schluss, dass Khan sich eines schweren sexuellen Fehlverhaltens schuldig gemacht hat. Die Untersuchungsergebnisse wurden am vergangenen Freitag den 125 Mitgliedstaaten des Gerichtshofs vorgelegt.

Daraufhin stimmten 82 der 125 Mitgliedstaaten der ASP für die sofortige Entlassung Khans.

Das „Wall Street Journal“ hatte berichtet, eine Assistentin von Khan habe vor UNO-Beamten im Untersuchungsausschuss ausgesagt, dass Khan sie über mehrere Monate hinweg sexuell belästigt und sie schließlich zum Geschlechtsverkehr gezwungen hat. Khan weist die gegen ihn erhobenen Vorwürfe entschieden zurück.

Der Internationale Strafgerichtshof teilt weiter mit, dass die stellvertretenden Ankläger die Leitung, das Management und die Führung der Anklagebehörde weiterhin übernehmen, wie sie dies bereits seit dem freiwilligen Rückzug von Herrn Khan im Mai 2025 sowie nach seiner Suspendierung vom Dienst am 8. Juni 2026 getan haben.

 

Internationaler Strafgerichtshof, Den Haag

„Während des gesamten Verfahrens hat der Gerichtshof dank der Professionalität und des Engagements seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter seinen Auftrag und seine Tätigkeit uneingeschränkt fortgeführt,“ wird betont.

Khan hat wegen der von ihm beantragten internationalen Haftbefehle gegen den israelischen Premierminister Benjamin Netanjahu und gegen den russischen Präsidenten Wladimir Putin international Aufsehen erregt. Er klagte Netanjahu wegen mutmaßlicher Kriegsverbrechen im Gaza-Streifen und Putin wegen mutmaßlicher Kriegsverbrechen in der Ukraine an.

Der Vermutung, ob russische und/oder israelische Geheimdienste möglicherweise die Absetzung von Khan aktiv betrieben haben könnten, weil dieser Netanyahu und Putin als mutmaßliche Kriegsverbrecher angeklagt hat, sollte jedenfalls nachgegangen werden. Denn sowohl Israel als auch Russland haben ein Interesse daran, Khan zu diskreditieren. Seine Entlassung dürfte in Jerusalem und Moskau freudig aufgenommen worden sein.

Die Entlassung von Khan schwächt die ohnehin nicht glänzende Reputation des Internationalen Strafgerichtshofs weiter.

Aber auch die USA, die ebenso wie China, Russland und Israel die Gerichtsbarkeit des Haager Strafgerichtshofes nicht anerkennen, haben Interesse darin, die Glaubwürdigkeit des IStGH zu beschädigen.

„Es ist gut, dass er weg ist, aber er ist nur ein kleines Rädchen in dieser unwiederbringlich korrupten Institution“, kommentierte der Sprecher des US-Außenministeriums, Tommy Pigott,  auf der News-Plattform X die Entlassung von Karim Khan. Der US-Außenminister Marco Rubio kündigte sogar eine Kampagne zur Isolierung des IStGH an.

Der IStGH und seine Befürworter „führen einen Krieg gegen unser Land“, sagte Rubio in einer Videobotschaft auf der News-Plattform X.

Über den IStGH:

Der Internationale Gerichtshof in Den Haag – Verhandlung

Der Internationale Strafgerichtshof (IStGH, in Englisch: International Criminal Court – ICC) hat seinen Sitz in Den Haag. Er ist das erste ständige internationale Strafgericht und wurde durch das Römische Statut gegründet, das 1998 verabschiedet wurde und am 1. Juli 2002 in Kraft trat.

Der IStGH verfolgt Einzelpersonen wegen schwerer Verbrechen wie:

Völkermord, Verbrechen gegen die Menschlichkeit, Kriegsverbrechen

Dem Römischen Statut gehören derzeit 125 Staaten an.

Die USA, Russland, China und Israel sind keine Vertragsstaaten des Römischen Statuts.

Links:

https://www.menschenrechtsabkommen.de/internationaler-strafgerichtshof-1104/

https://www.hetzelmedia.com/1040-2/

www.hetzelmedia.com

www.helmuthetzel.com

English Version:

HM-HETZELMEDIA

By: H. HETZEL, The Hague
Date: 26 July 2026

The Netherlands / International Criminal Court

ICC Chief Prosecutor Karim Khan Removed from Office

Khan’s dismissal further damages the reputation of the International Criminal Court / Russia, the United States, China and Israel do not recognize its jurisdiction

By HELMUT HETZEL

The Hague. „The International Criminal Court (ICC) takes note of the decision adopted during the Special Session of the Assembly of States Parties (ASP) on 24 July 2026. The Assembly decided to remove the Prosecutor from office after determining that he had committed serious misconduct and a serious breach of his duties.“

This is how the dismissal of ICC Chief Prosecutor Karim Khan was announced in a press release issued by the Assembly of States Parties, which has now also been published by the International Criminal Court in The Hague.

The statement further says that the removal of the 56-year-old British Chief Prosecutor Karim Khan took immediate effect. His dismissal follows a lengthy investigation that concluded Khan had sexually harassed and coerced female members of his staff.

 

Karim Khan

The Court therefore calls for respect for the privacy and rights of everyone involved in these proceedings.

At the end of 2024, the ICC Chief Prosecutor came under intense public scrutiny after a Malaysian ICC lawyer accused him of sexual misconduct. The woman, who worked directly under Khan, alleged that he had pressured her over an extended period to enter into a sexual relationship with him. According to her testimony, the relationship was not consensual. She further claimed that Khan repeatedly subjected her to serious sexual harassment and inappropriate physical contact.

The International Criminal Court investigated these allegations over the past eighteen months. The investigation report concludes that Khan committed serious sexual misconduct. The findings were presented last Friday to the Court’s 125 States Parties.

Subsequently, 82 of the 125 member states of the Assembly of States Parties voted in favour of Khan’s immediate dismissal.

The Wall Street Journal reported that one of Khan’s assistants told United Nations investigators that Khan had sexually harassed her over several months and had ultimately forced her into sexual intercourse. Khan has firmly denied all allegations against him.

The International Criminal Court further stated that the Deputy Prosecutors will continue to oversee the leadership, management and administration of the Office of the Prosecutor, as they have done since Mr. Khan voluntarily stepped aside in May 2025 and following his suspension from duty on 8 June 2026.

„Throughout this entire process, the Court has continued to fulfil its mandate and carry out its work without interruption, thanks to the professionalism and dedication of its staff,“ the Court emphasized.

 

The International Criminal Court, The Hague

Khan attracted worldwide attention after requesting international arrest warrants against Israeli Prime Minister Benjamin Netanyahu and Russian President Vladimir Putin. He accused Netanyahu of alleged war crimes committed in the Gaza Strip and Putin of alleged war crimes committed in Ukraine.

Questions should nevertheless be examined as to whether Russian and/or Israeli intelligence services may have actively sought Khan’s removal because he had accused both Netanyahu and Putin of alleged war crimes. Both Israel and Russia had an interest in discrediting Khan. His dismissal is therefore likely to have been welcomed in both Jerusalem and Moscow.

Khan’s dismissal further weakens the already fragile reputation of the International Criminal Court.

The United States—like China, Russia and Israel, none of which recognizes the jurisdiction of the ICC—also has an interest in undermining the Court’s credibility.

„It is good that he is gone, but he was only a small cog in this irredeemably corrupt institution,“ U.S. State Department spokesman Tommy Pigott wrote on the social media platform X in response to Khan’s dismissal. U.S. Secretary of State Marco Rubio went even further, announcing a campaign to isolate the ICC.

„The ICC and its supporters are waging a war against our country,“ Rubio said in a video message posted on X.

About the ICC

The International Criminal Court (ICC) is headquartered in The Hague, the Netherlands. It is the world’s first permanent international criminal court and was established by the Rome Statute, adopted in 1998 and entering into force on 1 July 2002.

The ICC prosecutes individuals for the most serious crimes of concern to the international community, including:

  • Genocide

  • Crimes against humanity

  • War crimes

The Rome Statute currently has 125 States Parties that recognize the jurisdiction of the ICC.

The United States, Russia, China and Israel are not parties to the Rome Statute.

 

The International Criminal Court, ICC, in The Hague

Links:

https://www.menschenrechtsabkommen.de/internationaler-strafgerichtshof-1104/

https://www.hetzelmedia.com/1040-2/

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