HM-HETZELMEDIA

 

Von       : H. HETZEL / Den Haag /

Benelux-Korrespondent

Datum     : 2.6.2019

Niederlande/Österreich/Ibiza

,,We are going to Ibiza:‘‘ Vengaboys wieder populär/FPÖ-Affäre sorgt für Comeback der niederländischen Pop-Band

Von HELMUT HETZEL

Den Haag. ,,We are going to Ibiza.’’ Der Mega-Hit der niederländischen Popgruppe ,,Vengaboys‘‘ ist plötzlich wieder überall zu hören. In den Niederlanden, Deutschland – aber vor allem in Österreich, wo die sich um den einstigen FPÖ-Chef  Heinz-Christian Strache rankende ,,Ibiza-Affäre,‘‘ die in der Alpenrepublik eine Regierungskrise auslöste und über ein Misstrauensvotum zum erzwungenen Rücktritt von Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) und seiner Regierung führte, den Vengaboys-Song zu einem Hit machte.

Austrian Vice Chancellor Heinz-Christian Strache (Austrian Freedom Party), addresses the media during press conference at the sport ministry in Vienna, Austria, Saturday, May 18, 2019. Strache says he is resigning after two German newspapers published footage of him apparently offering lucrative government contracts to a potential Russian benefactor. (AP Photo/Michael Gruber)

Ex-Kanzler Sebastian Kurz

Das alles passt ganz gut zu den Vengaboys und deren bewegter Geschichte. Denn die Vengaboys sind die erfolgreichste niederländische Popgruppe. Sie haben weltweit über 20 Mio. Tonträger verkauft. Die Bandmitglieder aber sind weitgehend unbekannt.

 

Die Geschichte der Vengaboys beginnt Mitte der 90iger Jahre.

Bandgründer sind: Dennis van den Driesschen, Broker an der Amsterdamer Optionsbörse,  und Wessel van Diepen, ein berühmter Musik-Moderator von Radio 538.

Van Diepen ist der Kreative des Duos. Van den Driesschen ein technisches Genie, das die Beats, die van Diepen kreiert, in Musik und in Songs mit lustigen und einfachen Texten umsetzt, die in die Ohren gehen. Ohrwürmer eben. Beide wollen sie die Popmusik-Szene aufmischen. Und das gelingt ihnen ganz gut.

Venga Venga

Beide suchen 1997 nach einer Sängerin. Eine Spanierin meldet sich. Sie wird zwar nicht angenommen. Aber beim Vorsingen singt sie einen ,,Venga Venga-Song.‘‘ Van Diepen mag den Namen ,,Venga,‘‘ nennt seine Band fortan Vengaboys. Zwei weitere Niederländer werden von van Diepen und van den Driesschen engagiert. Es sind die Sängerin Kim, ,,Soldat Kim‘‘ oder ,,Captain Kim‘‘ oder ,,Barbie-Puppe‘‘ genannt und der ,,Matrose‘‘ Robin.

Die Vengaboys, die nun ein Quartett sind, werden durch van Diepen clever vermarktet. Er will die Band als südamerikanische Gruppe positionieren, denn der südamerikanische Swing von Reggae bis Salsa ist gerade in. Darum streut van Diepen bei den  Medien, dass Sängerin Kim aus Brasilien kommt, der ,,Matrose‘‘ Robin aus Venezuela. Er verbietet der ,,Barbie-Puppe‘‘ Kim sogar Englisch zu sprechen und untersagt ihr und dem ,,Matrosen‘‘ Robin Interviews zu geben oder ihren Nachnamen zu nennen.

Denn die Vermarktungsstrategie von van Diepen ist: Die Mitglieder der Vengaboys treten auf wie Stripfiguren – daher sind sie auch austauschbar, so dass die Mitglieder bei Bedarf auch ausgewechselt werden können.

Die Mitglieder der Vengaboys bleiben also weitgehend anonym. Der Vengaboys-Sound dagegen ist erkennbar: Eine packende Melodie, Rhythmus und Eurobeats und Synthesizer  und einfache Texte mit erkennbaren Reimen zum Mitsingen. Das kommt an beim Publikum.

Vengaboys erfolgreichste Pop-Band der Niederlande – 20 Mio. verkaufte  Tonträger

Den totalen internationalen Durchbruch schaffen die legendären aber mysteriösen Vengaboys 1998 mit gleich drei Welthits:

 ,,We Like To Party, Boom, Boom Boom, Boom!! Und:  We’re Going to Ibiza.’’

 

 

In Indien, in Kanada, von Australien bis Chile stürmen sie die Hitlisten. Von der Single ,,Boom, Boom, Boom, Boom!!‘‘ werden zwei Millionen Stück verkauft. Die Nummer wird auch zum Nummer-Eins-Hit in den britischen Charts. Die Vengaboys werden eine Kult-Band. Nun feiern sie ein grandioses Comeback – dank Heinz-Christian Strache und seinem Ibiza-Abenteuer, das die österreichische Regierungskoalition aus ÖVP und FPÖ zu Fall brachte. ,,Boom, Boom, Boom, Boom.‘‘

 

 

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