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Von       : H. HETZEL / Den Haag /

Datum     : 8.7.2019

Wieder verloren

Niederlande/Frankreich/WM-Fußball-Frauen

Das niederländische Fußball-Trauma:

Holland traurig aber stolz nach verlorenem WM-Finale der Frauen

Torhüterin Sari van Veenendaal der neue Superstar

Von HELMUT HETZEL

Den Haag. Der niederländische König Willem-Alexander reiste eigens mit seinen beiden Töchtern Amalia und Arianne nach Lyon zum WM-Finale der Fußball-Frauen zwischen den Niederlanden und den USA. Aber es war ihm nicht vergönnt, zusammen mit dem französischen Staatspräsidenten Emmanuelle Macron den Spielerinnen des Oranje-Teams zur Weltmeisterschaft zu gratulieren. Denn die ,,orangefarbenen Löwinnen‘‘ wie sie in Holland genannt werden, verloren das WM-Finale gegen die US-Amerikanerinnen 2:0, wobei zu sagen ist, dass der Elfmeter, die die Amerikanerinnen mit 1:0 in Führung brachte, alles andere als berechtigt war.

König Willem-Alexander mit seinen beiden Töchtern Amalia und Arianne Amalia und

König Willem-Alexander leidet mit

 

Aber König Willem-Alexander und seine beiden Töchter trösteten die Oranje-Löwinnen dann  wenigstens noch in der Umkleidekabine, wo anders als bei den Amerikanerinnen kein Champagner floss. Aber als finanzieller Trost doch noch eine Prämie von 23,6 Mio. Euro für den Vize-Weltmeister aus Holland fällig wurde.

Fest steht: Der Traum von der Weltmeisterschaft ist für die Niederlande erst einmal ausgeträumt. Auch die niederländischen Fußball-Frauen haben es nicht geschafft, Weltmeister zu werden, ebenso wie die Fußball-Männer des Oranje-Landes, die zweimal in einem WM-Finale standen – und zweimal verloren. Es ist wie ein Fluch, der auf den Niederlanden lastet. Immer wenn sie ein WM-Finale im Fußball erreichen, dann verlieren sie. Die echten Oranje-Fans lassen sich dadurch jedoch nicht entmutigen. Sie hoffen weiter. Aber so mancher abergläubischer niederländischer Pessimist, oder Pessimistin, ist inzwischen regelrecht traumatisiert. Nur manche können es mit Selbstironie verkraften, so wie Alexander van Kettwich Verschuur. Er schreibt voller Selbstspott auf seiner Facebook-Seite: ,,Jetzt habe ich drei Niederlagen für uns in einem WM-Fußball-Finale erlebt, eine vierte verkrafte ich auch noch.‘‘ Ob sie kommt? Zu wünschen ist den Fußball begeisterten Niederländern, die ja begnadete Fußballer hatten und haben wie Johan Cruyff oder Arjen Robben, um nur zwei zu nennen, dass sie eines Tages einmal Weltmeister im Fußballspielen werden. Die Frauen oder die Männer, ist ja egal. Hauptsache Weltmeister.

Als die Niederländer 1988 bei der Fußball-Europameisterschaft in Deutschland, nicht nur Deutschland besiegen konnten, sondern sogar Europameister wurden – ihr bisher größter Fußball-Erfolg – da pinselten die holländischen Fußball-Fans an die Autobahnbrücken an der deutsch-niederländischen Grenze den Satz: ,,Sie fahren jetzt ins Land des Europameisters.‘‘

In deutscher Sprache. Eine klare Ansage an die vielen Deutschen, die jährlich in Holland an den schönen Stränden dort Urlaub machen. Eine klare Ansage an den Fußball-Erzrivalen Deutschland. Denn die 2:1 Niederlage bei der Fußball-WM der Männer in 1974, als das Beckenbauer-Team gegen das Cruyff-Team Weltmeister wurde, die haben viele Niederländer bis heute nicht verdaut.

Es ist zu hoffen, dass die Niederlage der Oranje-Frauen im WM-Finale gegen die USA anno 2019 nicht ebenso schmerzt und nicht so lange nachhallt, wie die Niederlage des Oranje-Teams gegen ,,Die Mannschaft‘‘ von 1974.

Kein Kater – Sari van Veenendaal neue Heldin

Wenn der Eindruck nicht täuscht, dann hat Holland nun keinen Kater, dass es wieder nur zur Vize-Weltmeisterschaft für die ,,Löwinnen‘‘ reichte.  Eine der orangefarbenen Löwinnen jedenfalls ist die neue Heldin der Niederlande. Es ist  Sari van Veenendaal, die Torhüterin von Oranje. Sie brachte mit ihren fantastischen Paraden die US-Amerikanerinnen zeitweise richtig zur Verzweiflung. Sari ist der neue Superstar der Niederlande. Und ganz anders als der Superstar Megan Rapinoe im US-Team, die in manchen niederländischen Medien als ,,ein schreckliches Weib‘‘ bezeichnet wird, vor allem wegen ihrer überheblichen Diva-Geste nach ihrem Elfmeter zum 1:0. Anders als Megan Rapinoe ist Sari van Veenendaal bescheiden geblieben. Und sie ist im Tor sicher so gut wie ihr männliches Pendant Manuel Neuer.

 

Der Beginn des niederländischen Fußball-Traumas: 1974 WK-Finale der Männer – Niederlande  gegen Deutschland

 

 

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