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Royal Dutch Shell - Die Aktie

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Shell - der Ölgigant

 

Der Aktien-Tipp

 


Katar neues Kernland für Royal Dutch Shell

 

Kräftige Steigerung der Fördermengen

21 Mrd. Dollar Investitionen  - Aktien kaufen


Von HELMUT HETZEL

Den Haag. Der Golfstaat Katar wird ab 2010 zu einem der neuen Kernländer für die Öl- und Gasförderung des niederländisch-britischen Energiekonzerns Royal Dutch Shell. Zwar werden die beiden riesigen Förderprojekte ,,Pearl GTL‘‘ und ,,Qartargas 4‘‘ voraussichtlich erst in der zweiten Jahreshälfte mit etwas Verspätung in Betrieb genommen werden können. Aber nachdem sie angelaufen sind, wird die Shell-Gruppe ihre konzerneigene tägliche Fördermenge voraussichtlich um 330.000 Barrel an Öläquivalenten steigern können. Das sind mehr als 10 % der bisherigen aktuellen Fördermenge von Shell.

Sie wird mit der Inbetriebnahme der beiden Projekte in Katar ab spätestens Ende 2010 mit einem täglichen Fördervolumen von schätzungsweise 3,3 Mio. Öläquivalenten kräftig ansteigen. Damit löst der amtierenden schweizerische Shell-Vorstandsvorsitzende Peter Voser endlich das seit fünf Jahren andauernde Förderproblem von Shell. Denn von 2004 bis 2009 waren die konzerneigenen Fördermengen ständig gesunken und von einst rund 4,0 Mio. Barrel je 159 Liter täglich auf 2,99 Mio. Öläquivalente in diesem Jahr zurückgegangen. Voser erklärte in der Vergangenheit wiederholt, dass er die Öl- und Gasfördermenge ab 2010 jährlich zwischen zwei und drei Prozent steigern wolle. Die beiden Katarprojekte machen das möglich. ,,Katar wird ein neues Kernland für uns. In nur sieben Jahren Zeit haben wir hier gewaltige Produktionskapazitäten und modernste Förderanlagen aufgebaut,‘‘ stellte Andy Brown, Executive Vice-President Shell Qatar fest. Shell investiert per Saldo 21 Mrd. Dollar in Katar, hat dort nun 1200 feste Mitarbeiter. Doch insgesamt arbeiten an den beiden Mega-Projekten 75.000 Menschen. ,,Im computergesteuerten Kontrollzentrum in Katar arbeiten 179 Server, die 12 Millionen Leitungen mit 5850 Kilometern an Kontrollkabeln,‘‘ sagt Andy Brown. ,,Würde man all die Kabel an einem Stück auslegen, dann reichten sie von Dohar in Katar bis nach London,‘‘ meint Andy Brown.


Zum Vergleich: Am derzeit weltweit größten Förderprojekt für Gas auf der russischen Halbinsel Sachalin können jährlich 9,8 Millionen Tonnen LNG-Flüssiggas gefördert werden. Allein am Qatargas 4-Projekt in Katar werden es 7,8 Millionen Tonnen LNG-Gas (LNG = Liquified Natural Gas) sein. Shell ist mit einem Produktionsanteil von 35 % oder 18,5 Mio. Tonnen LNG jährlich Weltmarktführer in der Gewinnung von LNG.


Am Qatargas 4-Projekt ist der niederländisch-britischen Energiekonzern zu 30 % beteiligt. Die übrigen 70 % hält die staatliche Qatar Petroleum.

Die wichtigsten Abnehmerländer für die zu fertigenden raffinierten synthetischen Mineralölprodukte werden Europa, die USA und Asien sowie der Mittlere Osten sein. Die wichtigsten Exportgebiete für Öl-Schmierstoffe sind nach Angaben von Shell Deutschland mit Hamburg als Hauptumschlagplatz, die USA und China. ,,China ist heute schon nach den USA der zweitgrößte Markt für Schmierstoffe. Der Absatz dort wächst explosiv,‘‘ sagt Rainer Winzenried in der Haager Shell-Zentrale. Der Rotterdamer Hafen bleibt in Europa Hauptumschlagplatz für Shell-Öl- und Gasprodukte wie beispielsweise V-Power Benzin und V-Power Diesel. Von Katar aus werden ferner die asiatischen Märkte mit Kerosin für Flugzeuge bedient. Die in Katar geförderten und mit modernsten Methoden produzierten Öl- und Gasprodukte haben nach Angaben von Shell-Downstream-Manager Marc Gainsborough eine wesentlich bessere Energie-Effizienz ,,und sie sind deutlich umweltfreundlicher.‘‘ Das gelte vor allem für die Produkte des Pearl GTL-Projekts, das in Zukunft ,,sauberen Dieselbrandstoff liefern wird.‘‘ Wenn die beiden Mega-Projekte in Katar im folgenden Jahr mit voller Kapazität arbeiten, dann werden sie dem niederländisch-britischen Öl- und Gasmulti nach Darstellung von Shell-Finanzvorstand Simon Henry einen jährlichen Cash Flow von rund vier Mrd. Dollar bescheren. ,,Das sind selbst für Shell eindrucksvolle Zahlen,‘‘ so Henry. ,,Pearl GTL ist eines unserer neuen Flaggschiff-Projekte,‘‘ hebt Andy Brown hervor. ,,Katar wird auf dem Gebiet der Gasförderung und Veredlung in Zukunft gemeinsam mit Russland und Australien zu einem der größten Produzenten in der Welt aufsteigen.‘‘
Mit Katar und Sachalin, wo Shell 27,5 % der Anteile hält, ist der bi-nationale Energiemulti damit bereits an den beiden größten Öl- und Gasprojekten in der Welt wesentlich beteiligt. Denn die umfangreichsten Öl- und Gasvorräte befinden sich in Russland, Australien und im Mittleren Osten. Nur kamen in Russland und im Mittleren Osten die privaten vor allem westlichen Ölgesellschaften wie Shell oder Exxon Mobil in der Vergangenheit nicht mehr so einfach an neue Öl- und Gasvorräte heran, weil diese von den jeweiligen Regierungen meist an die eigenen meist staatlichen Öl- und Gasgesellschaften exklusiv verteilt wurden. Russland ist mit Gazprom das beste Beispiel dafür. Der Kreml erzwang in Zusammenarbeit mit Gazprom, dass Shell in Sachalin seine einstige Mehrheitsbeteiligung von 54 % zur Hälfte auf- und an Gazprom abtreten musste.


Aber auch in Australien hat sich die Shell-Gruppe inzwischen hervorragend positioniert. Sie ist an dem riesigen Gorgon-Projekt beteiligt. Gemeinsam mit den beiden anderen großen Gas- und Ölkonzernen Chevron und Exxon Mobil will Shell in die Erschließung des Gorgon-Feldes 43 Mrd. australische Dollar (25 Mrd. Euro) investieren. Chevron ist mit 50 % an dem Projekt beteiligt, Shell und Exxon Mobil mit je 25 %.


Die Förderung aus dem Gorgon-Feld soll voraussichtlich ab 2014 beginnen. Die Gasvorräte des Gorgon-Feldes werden auf umgerechnet 6,7 Milliarden Barrel Öläquivalente beziffert. Ab 2014 wird das in Australien gewonnene Flüssiggas rund 8 % der Gasnachfrage auf der Welt stillen können.


In der südchinesischen Stadt Zuhai baut Shell ferner eine Raffinerie, die jährlich rund 200 Mio. Liter Benzin für den rapide wachsenden chinesischen Automarkt liefern wird und deren Produktionskapazität in den kommenden Jahren auf 400 Mio. Liter jährlich hochgefahren werden kann.

Die Energieaktien sind auf Basis der aktuellen Gewinnschätzungen mit einem KGV von 10 für 2010 günstig bewertet. Mit dem nun bevorstehenden Beginn der Produktion in Katar und der darauf folgenden Inbetriebnahme des Gorgon-Feldes in Australien dürfte Shell künftig endlich wieder in der Lage sein, mehr Öläquivalente zu fördern und mehr Mineralölprodukte herzustellen und zu verkaufen.

 Vom Timing her könnte die Steigerung der Produktionsvolumina genau in einen neuen konjunkturellen Aufschwung fallen, der sich in den kommenden Jahren vollziehen könnte. Das sollte sich positiv auf die Umsatz- und Gewinnentwicklung des Energiekonzerns auswirken und sich entsprechend im Aktienkurs frühzeitig widerspiegeln.

 

Peter Voser -CEO von Shell

 

                 Peter Voser leitet das größte Unternehmen

                               Europas  - die Royal Dutch Shell-Gruppe

Auch sollten sich die von Shell-Chef Peter Voser eingeleiteten Reorganisationen sowie die künftig deutlich schlankere Unternehmensstruktur positiv in 2010 im Ergebnis niederschlagen. Die Dividendenrendite ist mit 5,75 % attraktiv, wobei jedoch zu berücksichtigen ist, dass die Dividende in US-Dollar bezahlt wird. 

       Die Titel sind unter langfristigen Gesichtspunkten ein klarer Kauf.

1.12.2009

/ Textende / Copyright © by HELMUT HETZEL / Den Haag

 

 

Zuletzt aktualisiert am Sonntag, 13. Dezember 2009 um 08:13 Uhr  

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