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Anschlag auf Königin Beatrix der Niederlande

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Volksfest wird zum

koninginnedag-apeldoorn-beatrix-maxima-willem-alexander

Albtraum

 

Anschlag

auf Königin

Beatrix

 

 

Von HELMUT HETZEL

Den Haag. Es war wie im Film. Als hätte Hollywood alles inszeniert. Ein schwarzer Pkw rast durch die Menschenmenge, Körper fliegen durch die Luft. Königin Beatrix sitzt wie erstarrt in ihrem Bus. Sie fährt gerade mit ihrer Familie durch die Innenstadt von Apeldoorn, feiert mit dem Volk ,,Koninginnedag,‘‘ den Nationalfeiertag der Niederlande. Doch der Amok-Fahrer hat es auf sie abgesehen. Er will den Bus, in dem Ihre Majestät ist, rammen. Millionen erleben alles live am Fernseher mit. Zehntausende sind am Tatort. Die Königin ist geschockt, viele Niederländer mit ihr. Ist das ein gezielter Anschlag auf die Monarchie, fragen sie sich.

 

 

Königin Beatrix geschockt

 

Orginalton Königin Beatrix:

Koninginnedag afgelast

Naar aanleiding van de verschrikkeijke gebeurtenis in Apeldoorn zijn de verdere activiteiten in het kader van Koninginnedag afgelast.

Hare Majesteit de Koningin deelt, mede namens de andere leden van de Koninklijke Familie, mee zeer geschokt te zijn door de gebeurtenissen en leeft intens mee met de slachtoffers en hun verwanten.

30 april 2009

 apeldoorn-anschlag


Fest steht: Am Nationalfeiertag der Niederlande, dem ,,Koninginnedag‘‘ 30. April, an dem die Monarchin mit ihren Landsleuten jedes Jahr ein großes Volksfest feiert, fand nach allen bisher vorliegenden Informationen ein Anschlag auf Königin Beatrix und ihre Familie statt. Dabei kamen fünf  Menschen ums Leben, 13 wurden verletzt, fünf davon schwer.

Apeldoorn-Anschlag

 

Nach Informationen der Polizei handelt es sich aber ,,nicht um einen terroristischen Anschlag,‘‘ wohl aber um einen Anschlag auf die königliche Familie. Der Täter sei ein 38jähriger Niederländer, der den Anschlag ,,gezielt geplant hatte,‘‘ sagte Fred de Graaf, Bürgermeister von Apeldoorn auf einer Pressekonferenz. Die königliche Familie und Königin Beatrix blieben unversehrt. Die sichtlich emotional aufgewühlte Königin wandte sich am Donnerstag Abend in einer Fernsehansprache an ihr Volk und sagte: ,,Es ist ein schreckliches Drama geschehen. Ich bin entsetzt und sprachlos, dass so etwas passieren konnte. Unser Mitgefühl gilt den Opfern und den Familienangehörigen der Opfer.‘‘

 Alles begann so schön. Strahlender Sonnenschein in Apeldoorn, ausgelassene Stimmung, orangefarbene Flaggen überall.

 Doch dann rast ein schwarzer Suzuki Swift um 11.50 Uhr in Apeldoorn plötzlich durch die Menschenmenge. Der Kamikaze-Fahrer durchbricht mehrere Absperrungen. Er überfährt rücksichtslos jeden, der im Weg steht, auch Kinder, die gerade ihrer Königin Beatrix zujubeln.

 Denn Ihre Majestät fährt gerade in einem offenen Bus mitsamt ihrer ganzen Familie durch die Stadt. Der Suzuki-Fahrer hatte die Königin im Visier. Denn in dem Moment, in dem der Bus mit Ihrer Majestät eine Kurve nehmen wollte, raste der Kamikaze-Fahrer mit Vollgas auf den königlichen Bus zu. Doch das mutmaßliche Attentat scheitert. Es kam nicht zum Zusammenprall, da der Suzuki aus der Spur geriet und gegen ein von einem Eisenzaun umrahmtes Denkmal prallte. Das Denkmal, am 9. März 1901 für die Oma von Beatrix, die damalige Königin Wilhelmina, erbaut, rettet der heutigen königlichen Familie das Leben.

 

willem-alexander und maxima geschockt durch anschlag

Königin Beatrix, Kronprinz Willem-Alexander, Prinzessin Maxima und die anderen Mitglieder im Bus sehen alles. Sie sehen wie er schwarze Suzuki, der ihren Bus rammen wollte, auf das Eisengitter des Denkmals prallt. Sie springen auf. Nur die 71jährige Königin Beatrix bleibt sitzen. Maxima hält sich die Hand vor den Mund. Blankes Entsetzen spricht aus ihren Gesichtszügen. Auch ihrem Gatten, Thronfolger Willem-Alexander, steht der Schreck ins Gesicht geschrieben. Königin Beatrix wird von ihnen getröstet. Aber auch sie sieht, was passiert. Einige Stunden später lässt sie mitteilen, dass sie ,,entsetzt‘‘ sei über das, was passiert ist.

Aber: Wenn der Kamikaze-Fahrer Kurs hätte halten können, dann hätte er den königlichen Bus genau an der Stelle gerammt, an der Königin Beatrix saß.

Das niederländische Fernsehen berichtete, dass bei dem Fahrer des Suzuki detaillierte Karten und Pläne gefunden wurden auf welcher die Route die die königliche Familie per Bus durch Apeldoorn fahren wollte, eingezeichnet war.
Sicherheitsbeamte entfernten aus dem Kofferraum des schwarzen Pkw´s zahlreiche Kabel und Drähte.

Hinweise, wonach sich eine Bombe im Auto befunden haben soll, wurden jedoch nicht bestätigt.

 


Der Amok-Fahrer raste mit sehr hoher Geschwindigkeit durch die Menschenmenge, dass die Passanten regelrecht durch die Luft geschleudert wurden. Vier Menschen überleben nicht.

Die königliche Familie wird eiligst an einen geheim gehaltenen Ort in Sicherheit gebracht. Alle Feierlichkeiten werden abgesagt. Die Flaggen in den Niederlanden wehen seit gestern Nachmittag auf Halbmast. Die Freude schlägt um in Trauer und Entsetzen.

Noch nie hatte es am ,,Koninginnedag,‘‘ dem Nationalfeiertag des Landes, einen solchen Zwischenfall gegeben. Denn der ,,Koninginnedag‘‘ ist seit Jahrzehnten immer ein ganz großes Volksfest. Es wird gefeiert, getanzt, gelacht, geflirtet, geschunkelt, getrunken, gegrillt. Die Königin kommt zum Volk. Das Volk feiert mit der königlichen Familie.

,,Oranje boven‘‘ - es lebe Oranje, schallt es dann überall in den Niederlanden. Es herrscht am 30. April Oktoberfest-Stimmung in den Niederlanden.

Doch dieser ,,Koninginnedag 2009‘‘ ist anstatt zu einem freudigen zu einem traurigen Tag geworden.

Falls sich herausstellen sollte, dass der Fahrer des Pkw, der wie ein Art Selbstmordattentäter auf den königlichen Bus zuraste, politische Motive hatte, wird dieser ,,Koninginnedag 2009‘‘ noch ein langes und vor allem ein politisches Nachspiel haben.

Einen fröhlichen und entspannten Koninginnedag wird es künftig in den Niederlanden wohl nicht mehr geben. Schade.

 

 

/ Textende / Copyright © by HELMUT HETZEL / Den Haag /

Zuletzt aktualisiert am Freitag, 01. Mai 2009 um 11:27 Uhr  

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