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König Willem-Alexander erste Thronrede

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Willem-Alexander-auf-dem-Thron-mit Maxima

König Willem-Alexander ,,Versorgungsstaat wird Partizipationsstaat‘‘

Dank an seine Mutter Beatrix

Von HELMUT HETZEL

Mit einem ganz persönlichen Dankeswort an seine Mutter Ex-Königin Beatrix (75) begann der seit 30. April amtierende neue König der Niederlande Willem-Alexander seine erste Thronrede. Seine Mutter sei und bleibe für ihn ,,ein wichtiger Inspirationsbrunnen. Sie hat sich 33 Jahre lang mit großem Pflichtbewusstsein, Wärme und Anteilnahme für das Königreich eingesetzt, für alle seine Einwohner, in guten wie in schlechten Zeiten,‘‘ sagte der 46jährige Monarch zum Auftakt seiner ersten von ihm gehaltenen Thronrede. Auch dankte er den Niederländern ausdrücklich für deren große Anteilnahme am Tod seines Bruders Friso, der im Augst nach 18-monatigem Koma in Folge eines Skiunfalls verstorben ist. ,,Die tiefen Gefühle der Verbundenheit zwischen Volk und Königshaus‘‘ seien in der gemeinsamen Trauer zu spüren gewesen.

Dann im offiziellen Teil seiner ersten Thronrede, die er ohne hängen zu bleiben hinter sich brachte, bereitete der König der Niederländer seine Landsleute darauf vor, dass der Leidensweg in Folge der Wirtschaftskrise noch nicht zu Ende ist. Er kündigte an, dass die sozialliberale Haager Regierung weitere und harte Einschnitte ins soziale Sicherungsnetz vornehmen müsse, um die Schuldenlast zu drücken.

Dann verabschiedete König Willem-Alexander ,,den Sozialstaat wie wir ihn in seiner heutigen Form kennen. Aus dem Sozialstaat wird ein Partizipationsstaat werden. Wir müssen erkennen, dass er nicht mehr in diese Zeit passt. Daher müssen zahlreiche soziale Regelungen angepasst werden.‘‘ Das sei unvermeidlich, weil ,,die Bürger mündiger werden und weil der Staat seine Schulden abbauen muss. Jeder wird gefragt, Verantwortung zu übernehmen, für sich, sein eigenes Leben, seine Umgebung.‘‘

 

Königin Maxima

Königin Maxima

Hintergrund: die Niederlande befinden sich noch immer in einer Rezession. Das wird nach den vorliegenden Prognosen dazu führen, dass die Arbeitslosigkeit im kommenden Jahr mit eine Quote von 9,25 % der Berufsbevölkerung die höchste seit zehn Jahren sein wird. 685.000 arbeitsfähige Niederländer werden dann keinen Job haben. Die Kaufkraft von ,,Jan Modaal‘‘ dem ,,Otto Normalverbraucher‘‘ der Niederlande, wird im fünften Jahr in Folge um voraussichtlich 0,5 % schrumpfen. Die Inflation dagegen wird mit schätzungsweise 3,3 % eine der höchsten in der Eurozone sein. Das staatliche Finanzierungsdefizit wird in 2014 mit voraussichtlich 3,3 % des Bruttoinlandsprodukts die Norm von 3,0 % des Euro-Stabilitäts- und Wachstumspakts erneut überschreiten.

,,Aber es gibt erste vorsichtige Signale, dass das Ende der Krise in Sicht ist,‘‘ machte der Monarch seinen ,,Untertanen‘‘ Mut.

Seltsame Prognose

Dann kam ein Satz, der bei vielen Zuhörern Kopfschütteln auslöste: ,,Die Arbeitgeber und der Staat garantieren, dass im Jahr 2026 rund 125.000 extra Arbeitsplätze geschaffen werden. ,,Wie bitte?,‘‘ fragte ein Niederländer, als er das hörte
,,Im Jahr 2026, bis dahin sind es ja noch fast 13 Jahre. Was soll das?‘‘

Europa

Zum Thema Europa führte das niederländische Staatsoberhaupt in seiner ersten Thronrede aus, dass der Einfluss der Niederlande in der Europäischen Union (EU) wachsen müsse. Er plädierte für die Einführung einer Bankenunion, die Reduzierung der Staatsschulden in den EU-Ländern sowie eine Reform des internen EU-Marktes, ,,damit es neue Wachstumschancen gibt.‘‘ Notwendig sei ferner ein Freihandelsabkommen der EU mit den USA und mit Japan, forderte Willem-Alexander.

Zum Bürgerkrieg in Syrien führte er aus: ,,Die Gewalt in Syrien beweist erneut, dass das internationale Völkerrecht verbessert werden muss - besonders das humanitäre Recht.‘‘

Nach Abschluss seiner ersten Thronrede, die erste, die seit 126 Jahren wieder von einem Mann und nicht von einer Königin gehalten wurde, ließen die Abgeordneten der beiden Kammern der niederländischen Volksvertretung den König hochleben: ,,Lebe der König, hurra, hurra, hurra!‘‘ schallte es durch den historischen Rittersaal des Haager Parlaments. Seine Gattin, Königin Maxima, die auf einem ,,Nebenthron‘‘ direkt neben ihrem Mann saß, stand ebenfalls auf und jubelte mit für ihren Mann. Sie hatte sich für die Feierlichkeit der Thronrede in ein goldfarbenes Kleid gehüllt, das von einer blauen Schärpe mit orangefarbenen Streife drapiert wurde. Dazu trug sie einen goldfarbenen Tellerhut.

17.09.2013

/ Textende / Copyright © by HELMUT HETZEL / Den Haag

 

 

 
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