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König Albert II. und Königin Paola von Belgien feiern Goldene Hochzeit

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Königliches Glück


König Albert II. von Belgien und Königin Paola

feiern Goldene Hochzeit


Von HELMUT HETZEL

Brüssel. Vor 30 Jahren hatte sie bereits einen Anwalt damit beauftragt, die Scheidung vorzubereiten. Doch dazu kam es nicht. Paola blieb bei ihrem Mann, dem heutigen König Albert II. von Belgien. Paola ist nun Königin von Belgien. Am kommenden Donnerstag feiert sie mit ihrem Gatten das 50jährige Ehejubiläum - Goldene Hochzeit also am belgischen Hof.

Es begann wie im Märchen. Der einstige Prinz Albert von Sachsen Coburg lernte im Alter von 24 Jahren die bildhübsche Italienerin Paola Ruffo di Calabria kennen. Es war Liebe auf den ersten Blick. Am 2. Juli 1959 heiratete der belgische Prinz die italienische Adelige. Sie bekamen zusammen drei Kinder, Kronprinz Philippe, Prinzessin Astrid und Prinz Laurent.

König Albert II. und Königin Paola


Doch die einstige Traum-Ehe der schönen Paola mit dem belgischen Prinzen wird Mitte der 60iger Jahre für Paola zum Alptraum. Ihr Mann geht fremd. Er hat die rassige belgische Adelige Sybille de Selys de Longchamps kennen- und lieben gelernt. Fast 14 Jahre dauert die außereheliche Liaison zwischen Albert II. und Frau Selys de Longchamps. Albert ist mehr in London bei seiner Geliebten als bei seiner schönen italienischen Frau in Brüssel. Die außereheliche Affäre hat Folgen. Erst 1999 erfahren die Belgier, dass ihr heute amtierender König Albert II. eine nichteheliche Tochter hat. Sie heißt Delphine, ist inzwischen 49 Jahre und selbst Mutter. Aber ihr Vater, den die kleine Delphine während ihrer Kindheit regelmäßig sieht und dem sie dem Kosenamen ,,Papillon‘‘ verleiht, wenn er ihre Mutter besucht, hat sie offiziell noch immer nicht als seine Tochter anerkannt. ,,Das ist auch unmöglich so lange Paola lebt. Dieses Kapitel aus dem Leben von Königin Albert II. ist immer noch zu sensibel als dass es jetzt öffentlich diskutiert werden könnte. Das würde Königin Paola zu sehr verletzen,‘‘ meint der belgische Königshausexperte Jan Van Den Berghe.

 

               Prinz Albert und Prinzessin Paola in jungen Jahren

 

Prinz Albert und Prinzessin Paola in jungen Jahren

 

                                            und heute

 

König Albert II. und Königin Paola von Belgien

 

Nur einmal in seiner Weihnachtsansprache an sein Volk im Jahr 1999 ging König Albert II. indirekt auf die Existenz seiner unehelichen Tochter Delphine ein. Er sagte: ,,Wir haben die Krise, die wir vor 30 Jahren als Paar hatten, überstanden und haben eine neue tiefe Liebe und Vertrautheit entwickelt.‘‘ Ein schöneres Kompliment hätte das belgische Staatsoberhaupt seiner Frau Paola vor dem ganzen Volk wohl nicht machen können.


Dass Paola bei ihm blieb, dass hat König Albert II. aber vor allem seinem älteren Bruder König Baudouin zu verdanken. Als Baudouin von den Scheidungsabsichten von Paola erfuhr, schritt er rigoros ein. Der tiefgläubige Katholik Baudouin drohte seinem jüngeren Bruder Albert die staatliche Apanage zu streichen und setzte Paola unter Druck. Ihre drei Kinder müssten in Belgien bleiben, wenn sie im Falle einer Scheidung von Albert nach Italien zurückkehren sollte, drohte Baudouin. Das wirkte. Albert und Paola fanden wieder zusammen. Die Scheidung wurde abgeblasen.

Dass sie aber eines Tages auch noch gemeinsam König und Königin der Flamen und Wallonen in Belgien werden könnten, das hätten sie sich wohl auch nie träumen lassen. Bis zum August 1993. Da stand das Herz von König Baudouin während eines Urlaubs in Spanien plötzlich still. Es musste schnell ein Nachfolger gefunden werden, da König Baudouin und Königin Fabiola kinderlos geblieben waren. Der heutige Kronprinz Philippe war damals erst 33 Jahre. Der seinerzeit amtierende belgische Ministerpräsident Jean-Luc Dehaene stufte ihn als zu jung und zu unerfahren ein. Blieb nur Baudouin´s jüngerer Bruder Albert. Der sagte ja, weil großer politischer Druck auf ihm ausgeübt worden war.


Nun ist er schon fast 15 Jahre König der Belgier und macht per Saldo einen guten Job als Staatsoberhaupt. Der einstige Playboy, der in seiner Jugend nicht nur die schönen Frauen, sondern auch die schnellen Autos liebte, ist ein reifer Grand Seigneur geworden. Während der vielen Regierungskrisen durch die das von ihm repräsentierte und sprachlich und kulturell völlig gespaltene Land in den vergangen Jahren immer wieder getaumelt ist, gelang es König Albert II. immer wieder die Rolle zu spielen, die ihm eigentlich zukommt: Er war Integrator, das Symbol der Einheit des Landes. Es gelang ihm immer wieder, die niederländisch-sprachigen Flamen, die mit 6,5 Millionen Menschen die Mehrheit der rund 10 Millionen Belgier stellen, mit den frankophonen Wallonen an den Verhandlungstisch zu bekommen. Die drohende Spaltung des Landes wurde so verhindert. Nicht zuletzt dank Albert II. Auch seine Gattin Paola ist inzwischen in die Rolle der Königin hineingewachsen, obwohl sie das belgische Kuriosum ertragen muss, dass die Witwe von weiland König Baudouin, Fabiola (80), sich auch noch immer Königin nennen darf.
Nach vielen Höhen und Tiefen können König Albert II. und Königin Fabiola nun doch noch Goldene Hochzeit feiern. Wer hätte das vor 30 Jahren gedacht.
02.07.2009

 König Albert II. und Königin Paola von Belgien

 

Textende / Copyright © by HELMUT HETZEL / Den Haag

Zuletzt aktualisiert am Dienstag, 03. November 2009 um 22:36 Uhr  

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