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Gay Pride Parade Amsterdam 2009

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Schwuler

Amsterdam

 

 

 

Amsterdam 

Gay Pride-

Parade:

Immer mehr Heteros  machen mit


 

Von HELMUT HETZEL

 

Amsterdam, die Hauptstadt der Homos in Europa, ist aus dem Häuschen. Wie jedes Jahr wenn homosexuelle Männer und Frauen zur Gay Pride-Parade in die holländische Hauptstadt laden, verwandelt sich Amsterdam in die schwulste Stadt der Welt. Dann vibrieren die Grachten. Die Farbe rosa dominiert die Stadt. Ein ausgelassenes Fest geht ab. Durch die Grachten schipperten in diesem Jahr auch wieder die Schwulen- und Lesben-Boote. Es waren 60. Fast 600.000 Zuschauer kamen diesmal am vergangenen Samstag, um die Schwulen-Party mitzufeiern. Erstmals dabei: Homosexuelle niederländische Militärs und Polizisten in Uniform, der niederländische Schwimm-Olympiasieger Pieter van den Hoogenband und Politiker der niederländischen Christdemokaten CDA. Die CDA-Politiker mieden das Amsterdamer Homo-Fest bisher aus religiösen Gründen. Die Militärs und Polizisten erhielten in den vergangenen Jahren keine Zustimmung, um in Uniform hier aufzutreten. Wieder dabei war der niederländische Kultusminister Ronald Plasterk, der sowieso kein Fest auslässt auf dem er sich in Szene setzen kann und natürlich der Amsterdamer Bürgermeister Job Cohen.

 

Signal an USA


Job Cohen nutzte Gay Pride-Parade für ein politisches Signal an die USA.

 

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                                       Adonis auf der Gay Pride Parade

 

Er traute fünf niederländisch-amerikanische Homo-Paare. Ein Wink mit dem Zaunpfahl über den Atlantik an die Amerikaner, die der Homo-Ehe noch immer sehr skeptisch gegenüberstehen. In Amsterdam und anderswo in den Niederlanden ist sie inzwischen ganz normal. Im Jahr 2001 gaben sich hier die ersten gleichgeschlechtlichen Paare vor dem Standesbeamten das Ja-Wort. Natürlich zuerst auch hier in Amsterdam, der Gay-Metropole Europas. Hier wurde die erste Homo-Ehe auf der Welt geschlossen.

 

Bürgermeister Job Cohen konnte sich während der Trauungszeremonie der niederländisch-amerikanischen Schwulen-Paare auch den Hinweis auf die engen Bande zwischen beiden Ländern nicht verkneifen. Denn in diesem Jahr ist es 400 Jahre her, dass niederländische Seeleute Nieuw Amsterdam gründeten, das heutige New York. Das Jubiläum wird ab September in Amsterdam und New York groß gefeiert. Die Niederlande werden am Battery Park in New York ein ,,Holland Village‘‘ bauen, investieren dort etwa 18 Mio. Euro und schicken Kronprinz Willem-Alexander und dessen charmante Gattin Prinzessin Maxima als Sonderbotschafter an den Hudson-River. Der Brite Henry Hudson war es nämlich, der als Kapitän im Auftrag der niederländischen Vereinigten Ostindischen Compagnie (VOC) vor 400 Jahren Nieuw Amsterdam an dem heute nach ihm benannten Fluss in New York gründete.

 

 

Die Amsterdamer Gay Pride-Parade 2009 war dennoch anders als die in den vergangenen Jahren. Sie war in sexueller Hinsicht weniger provokativ als in den vergangenen Jahren. Weniger nacktes Fleisch, dafür aber umso ausgefallenere Kostüme. Und: Diesmal waren auch sehr viele Heteros vertreten, viel mehr als in den vergangenen Jahren. Ellen, die extra aus dem südniederländischen Breda nach Amsterdam angereist war, um sich einige knackige Männer-Popo`s anzusehen, war ein wenig enttäuscht. ,,Ich musste sie echt suchen, und Männer, die zusammen geknutscht haben, sah ich auch kaum.‘‘

Bürgermeister Job Cohen, der die fünf neuen homosexuellen Ehen schloss, hatte damit keine Probleme. Er küsste die schwulen Paare alle - aber nur dreimal auf die Wange, so wie das in den Niederlanden Tradition ist.

2.8.2009

/ Textende / Copyright © by HELMUT HETZEL / Den Haag

 

 

Zuletzt aktualisiert am Freitag, 07. August 2009 um 09:29 Uhr  

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