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Die Leichtigkeit des Seins

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Der ,,Flieger'' von Auke de Vries in Berlin
Die erträgliche Leichtigkeit des Seins

Auke de Vries und seine Nester/Neue Ausstellung des niederländischen Bildhauers in Wiesbaden

Von HELMUT HETZEL

Den Haag. Seinen Traum vom Fliegen hat Auke de Vries nun endlich visualisiert. Denn der niederländische
Bildhauer konstruierte in den vergangenen Jahren scheinbar schwerlose Flugobjekte, die er liebevoll ,,meine Nester‘‘ nennt. Es sind frei im Raum schwebende Gebilde aus Stahl und anderen Materialien, große und kleine, aber immer irgendwie schräge, verwoben und verworren wirkende Objekte, die die erträgliche Leichtigkeit des Seins treffend symbolisieren. Das arrangierte Chaos eben - wie im echten Leben.
Diese erträgliche Leichtigkeit des Seins seiner vom ihm konstruierten schwebenden Nester, diese Leichtigkeit des Seins, die strahlt der in Den Haag lebendende und wirkende große niederländische Künstler Auke de Vries auch persönlich aus. Auf die Frage, warum er seine neuen schwebenden Kunstwerke Nester nennt, antwortet de Vries im Gespräch mit HM: ,,Nester werden intuitiv gebaut, ohne Konzept, ohne Kontrolle. Sie sind wie eine Wiege für das Leben.‘‘ Daher sind die Skulpturen von de Vries auch bewusst abstrakt. Sie appellieren an die Phantasie der Menschen, ihr Abstraktionsvermögen. ,,Ich will keine generelle Wiederholung irgendwelcher Fakten oder Abbildungen, kein konkretes Bild, ich will Imagination, Phantasie. Denn es ist nicht das konkrete Image, das Bild, sonder es ist die Imagination, die Vorstellungskraft des Menschen die die Phantasie des Betrachters anregt,‘‘ meint der Bildhauer. Seine neuesten Werke sind ab dem heutigen Samstag im Museum in der hübschen deutschen Kurstadt Wiesbaden zu sehen. Unter dem Titel: ,,Intervention, Nester‘‘ werden sie dort bis zum 17. Mai gezeigt. Zwei Jahre lang hat Auke de Vries an seinen Nestern, die nun erstmals in Wiesbaden zu sehen sein werden, gearbeitet.

Auke der Vries, der an der Königlichen Akademie für Bildende Künste in Den Haag studierte und Träger des Kulturpreises der Stadt Den Haag ist, die er mit vielen seiner Kunstwerke und Skulpturen bereicherte, stellt außer in seiner Heimat besonders häufig in Deutschland und in Spanien aus. In Deutschland verbindet ihn eine innige Beziehung zur Daimler Kunstsammlung, die auch eines seiner Flugobjekte erstanden und auf dem Dach des Daimler Service Centers in Berlin am Potsdamer Platz platziert hat. Dort oben schwebt es nun, das Objekt, das der Niederländer mit dem Titel: ,,Gelandet‘‘ versah. So sieht das zehn Meter hohe und 15 Meter breite ,,Raumschiff‘‘ von de Vries von unten aus betrachtet auch nämlich aus, wie ein Raumschiff oder, wenn man will ein Ufo, das gerade zur Erde zurückgekehrt ist, den nahe gelegenen Flughafen aber nicht mehr erreichen konnte und sich das Dach von Daimler am Potsdamer Platz als Landungsort aussuchte oder dort irgendwie hängen geblieben ist.
Seine ,,Nester,‘‘ die de Vries nun ein Wiesbaden zeigt, haben auch etwas vom Berliner ,,Raumschiff‘‘ - sie wirken genau so schwerelos als könnten sie jederzeit entschweben - fliegen eben, der Traum, den Auke de Vries Gestalt gibt - auf seine Art und Weise eben.


/ Textende / Copyright © by HELMUT HETZEL / Den Haag /

Zuletzt aktualisiert am Freitag, 27. Februar 2009 um 17:33 Uhr  

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