Hetzel Media - News Benelux

  • Schrift vergrößern
  • Standard Schriftgröße
  • Schriftgröße verkleinern
Kunst und Kultur


Zypern: Rückkehr der Ikonen

E-Mail Drucken PDF


Ikonen


Die ,,Glückliche Monada‘‘

Bizarrer Kunstraub schreibt Rechtsgeschichte:

Zyperns gestohlene Kunstschätze kehren heim/Niederländische Zypriotin Tasoula Hadjitofi machte es möglich

Von HELMUT HETZEL

Der frühere zyprische Erzbischof Christomos I. nannte sie ,,meine Monada.‘‘ Nun ist sie eine ,,glückliche Monada‘‘ - eine spirituelle Einheit, die in sich selbst ruht und die für ihre Sache kämpft, mutig, unerschrocken, passioniert. Ihr Name: Tasoula Hadjitofi. Sie ist, frei nach der Monadologie des Denkers der Aufklärung Gottfried Wilhelm Leibniz ( 1646-1716) so eine Art ,,immer währender lebendiger Spiegel des Universums.‘‘ Sie hält so manchem den Spiegel vor. Gestern wie heute. Mit großem Mut und großer Entschlossenheit. Sie drang als eine Art trojanisches Pferd auf eigene Faust in die oft dubiose Welt des illegalen Kunsthandels ein, mit dem Ziel, 1974 aus ihrer Heimat Zypern geraubte Kunstschätze von den kriminellen Kunsthändlern und -Hehlern zurück in ihre Heimat zu holen und deren Netzwerke aufzudecken. Nun ist die ,,Monada‘‘ Tasoula Hadjitofi am Ziel.

Das Urteil

Denn das Münchner Oberlandesgericht hat im März 2013 ein historisches Urteil gefällt. Es entschied nach einem langen juristischen Streit, der mehr als 10 Jahre dauerte, dass rund 400 aus Zypern gestohlene Kunstschätze an Zypern zurück gegeben werden müssen. Sie lagern seit 1997 als sie bei einer Polizeiaktion in München beschlagnahmt worden waren, in der Asservatenkammer des Münchner Gerichts.

Die zypriotische Kirche, die Eigentümer dieser Kunstschätze ist, prozessierte mehr als zehn Jahre lang vor deutschen Gerichten bis sie nun endlich Recht bekam. Sie prozessierte gegen den türkischen Kunsthändler Aydin Dikmen, bei dem die gestohlenen Kunstschätze gefunden wurden und der behauptet, sie gehörten ihm.

Mit dem Urteil erlebt die ohnehin bizarre Geschichte um den Kunstraub zypriotischer Ikonen und anderer Kunstwerke aus der frühchristlichen Epoche ihr nächstes und wohl eines der letzten spannenden Kapitel.

Der Beginn

Es begann alles 1974 als die Türkei den nördlichen Teil Zyperns besetzte. In den Kriegswirren wurden seinerzeit unzählige Kunstwerke aus den orthodoxen Kirchen und Klöstern Zyperns gestohlen. Ikonen, Fresken, Mosaike. Im Oktober 1997 dann beschlagnahmte die Münchner Polizei bei einer Durchsuchungsaktion im Hause des türkischen Kunsthändlers Aydin Dikman insgesamt rund 5000 Kunstschätze. Viele davon stammten aus Zypern. Sie waren dort 1974 gestohlen worden.

Es war ein historischer Moment für alle, die an dieser Undercover-Aktion der Münchner Polizei beteiligt waren: Interpol, die zypriotische Regierung und die zypriotische Kirche, aber nicht zuletzt auch für Frau Tasoula Hadjitofi, der früheren Honorar-Konsulin für Zypern in den Niederlanden, wo sie als Unternehmerin seit ihrer gezwungenen Flucht aus ihrer zyprischen Heimatstadt Famagusta lebt. Famagusta wurde 1974 von der Türkei besetzt. Tasoula Hadjitofi und ihre Familie wurden vertrieben. In ihrer neuen Heimat, den Niederlanden, kämpft die Zypriotin seither für die Rückgabe der aus ihrer Heimat gestohlenen Kunstschätze. Frau Hadjitofi ist eigentlich ,,die Spinne im Netz,‘‘ die den Kunstraub auf die Spur kam, die Hehler enttarnte und die der Münchner Polizei den entscheidenden Tipp gab, wo sie die gestohlenen zypriotischen Kunstschätze finden könne.

Dank ihrer Hilfe und dank ihres Engagements konnten die gestohlenen Kunstschätze gefunden und von der Münchner Polizei beschlagnahmt werden, wurde der Kunsthändler Aydin Dikman angeklagt und verurteilt. Bereits 1997 konnte Frau Hadjitofi 32 der in München beschlagnahmten Kunstschätze aus ihrer Heimat persönlich zurück nach Zypern bringen, kurz vor Weihnachten. Ihre Landsleute waren hocherfreut über dieses besondere ,,Weihnachtsgeschenk.‘‘ Für Tasoula Hadjitofi war das einer der schönsten Momente in ihrem Leben.

tasoula-helmut-office-03-03-2013tasoula-helmut-office-03-03-2013

Tasoula Hadjitofi und Helmut Hetzel in Tasoulas Büro in Den Haag

Hintergrund: Nach ihrer Vertreibung durch die Türken aus ihrer Heimatstadt Famagusta in 1974 als Folge der türkischen Invasion, erfährt Tasoula Hadjitofi in ihrer neuen Heimat, den Niederlanden, von dem umfangreichen Kunstraub in ihrer Heimat. Sie zögert nicht lange. Sie wird zu einer Aktivistin. Sie setzt sich zum Ziel, die geraubten Kunstschätze heim zu holen nach Zypern. Sie beginnt den organisierten illegalen internationalen Kunsthandel zu infiltrieren und zu bekämpfen.

Tasoula Hadjitofi baut ein Netzwerk auf. Es besteht aus der Orthodoxen Kirche Zyperns, einigen Kunsthändlern sowie Regierungsvertretern in Zypern und anderen europäischen Ländern. Ihr Ziel: Die Diebe und Hehler zu finden und an den Pranger zu stellen, die 1974 die Kunstschätze aus ihrer Heimat entwendet hatten.

Als ein Großteil dieser gestohlenen Kunstschätze mit ihrer Hilfe 1997 in München beschlagnahmt wird, muss sie jedoch mit Enttäuschung feststellen, dass sie nicht direkt an Zypern zurückgegeben werden können.

Juristisches Tauziehen

Nun beginnt ein kompliziertes juristisches Tauziehen. Es stellt sich nämlich heraus, dass der türkischstämmige Kunsthändler Dikmen bei dem die meisten gestohlenen zypriotischen Kunstschätze gefunden worden waren, nicht mehr verfolgt werden kann. Die ihm zur Last gelegten Delikte sind verjährt. Dikmen prozessiert ebenfalls und behauptet, der rechtmäßige Eigentümer der zypriotischen Kunstwerke zu sein. Eine Rückgabe der Kunstwerke an Zypern wird daher unmöglich. Vorerst.

In juristischer Hinsicht erschwerend wirkt ferner, dass die Bundesrepublik Deutschland einen internationalen Vertrag über die Rückgabe von gestohlenen Kunstschätzen aus anderen Ländern zu diesem Zeitpunkt noch nicht ratifiziert hat. Folge: Die Eigentümer der Kunstschätze haben nur die Möglichkeit, in Deutschland um die Herausgabe der Kunstwerke zu prozessieren. Sie müssen ferner dem deutschen Gericht beweisen, dass sie die rechtmäßigen Eigentümer sind.

Die Prozesse dauern neun Jahre. Im März 2013 fällt das Oberlandesgericht in München endlich das 152 Seiten umfassende historische Urteil. Es entscheidet, dass der Kunsthändler Dikmen nicht der rechtmäßige Eigentümer der zypriotischen Kunstschätze ist und dass sie an Zypern zurückgegeben werden müssen. Gegen den Richterspruch kann keine Revision eingelegt werden. Er ist rechtskräftig.
Aydin Dikmen droht nach dem Richterspruch ferner eine Geldstrafe in Höhe von 7,3 Mio. Euro für den Fall, dass er ihn nicht akzeptieren sollte.
Das Gericht entscheidet, dass 173 der 1997 durch die Münchner Polizei bei Dikmen beschlagnahmten Kunstwerke an Zypern zurückgegeben werden müssen. Ein zweites Urteil über 60 weitere zypriotische Kunstschätze steht noch aus.

Urteil schreibt Rechtsgeschichte

Das Urteil des Münchner Oberlandesgerichts schreibt aber auch Rechtsgeschichte in der Bundesrepublik Deutschland. Es stellt nämlich erstmals fest, dass geraubte Kunstschätze aus einem anderen Land, die in Deutschland beschlagnahmt werden, an dieses Land, dem sie gehören, zurückgegeben werden müssen - obwohl Deutschland entsprechende internationale Verträge noch nicht ratifiziert hat. Warum eigentlich nicht, fragt man sich in Zypern?

Erwartet wird nun, dass die 1974 aus Zypern gestohlenen Kunstschätze noch in diesem Jahr heimkehren werden. Tasoula Hadjitofi hofft, dass dieser Präzedenzfall, den das Münchner Urteil darstellt, nun auch international Schule macht. Es geht um nicht mehr als um die Frage, ob gestohlenes kulturelles Erbgut eines Staates an diesen Staat zurück gegeben werden muss, wenn es nach einem Diebstahl plötzlich anderswo wieder auftaucht. Darüber müssen internationale Absprachen gemacht und Verträge geschlossen werden.

Die bizarre Kunstraubgeschichte der Ikonen aus Zypern könnte so neues Völkerrecht schreiben.

Links:

www.thepostonline.de

www.thepostonline.nl

www.tasoulahadjitofi.com

 

 

 

 

 

 

Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, 03. April 2013 um 16:39 Uhr
 

In memorial Johannes Heesters

E-Mail Drucken PDF

heesters_mit_zylinderBye bye Jopie

Johannes Heesters - Der Robbie Williams seiner Zeit

Rückblick: Sein letzter Auftritt in seiner Geburtsstadt Amersfoort am 17.2.2008
Von HELMUT HETZEL

Amersfoort. Die Spannung steigt. Theaterintendant Pieter Erkelens eröffnet das Konzert. Seine Frau Simone Rethel kündigt ihn. Dann steht er plötzlich da auf der Bühne. Schwarzer Frack und Fliege. Elegant mit dem Rücken ans Klavier gelehnt. Er wirkt mit seinem noch vollen grauen Haar fast wie ein 70jähriger. Doch der Mann, der da steht, ist 104 Jahre alt. Sein Name. Johannes Heesters. ,,Ich bin so glücklich, dass ich hier bin,‘‘ lautet der erste Satz an seine niederländischen Landsleute vor denen die Showlegende Heesters zum ersten Mal seit 44 Jahren wieder auftritt. ,,Wir auch, wir auch, Jopie,‘‘ ruft ein Theatergast zurück. Dann erhebt sich das Publikum im ausverkauften Theater De Flint in Amersfoort von den Stühlen. Minutenlange stehende Ovationen für den verlorenen Sohn, der 74 Jahre nachdem er die Niederlande verließ, in seine Geburtsstadt Amersfoort zurückgekehrt ist. Ein Herzenswunsch geht für Heesters in Erfüllung. 104 Jahre alt, fast blind, aber eine Stimme wie ein Dreißigjähriger. Jopie Heesters genießt seinen Auftritt und singt als erstes, als Hommage an seine Landsleute und sein Heimatland: ,,O, mijn mooie Westertoren,‘‘ ein Ode an die Westerkerk in Amsterdam, jener Stätte in der der große Maler Rembrandt seine letzte Ruhe fand. Heesters singt seinen letzten großen Hit, den er 1934 in Holland hatte, bevor er über Wien nach Berlin ging, um dort seine Karriere fortzusetzen, im Amsterdamer Dialekt, so wie damals 1934. Für einen Moment scheint es, als stehe die Zeit still. Das Publikum ist begeistert. Wieder stehende Ovationen für Heesters, Bravo, Bravo-Rufe und immer wieder: Jopie, Jopie, Jopie!

Die Stimmung steigt

So ist die Stimmung im Theater De Flint während des historischen Konzerts der Operettenlegende Johannes Heestes in seiner Heimat. Draußen vor dem Theater ist sie ganz anders. Bei strahlendem Sonnenschein und eisiger Kälte demonstrieren kurz vor Konzertbeginn einige Dutzend Niederländer gegen den Auftritt von Johannes Heesters in seiner Heimatstadt. ,,Er ist ein Opportunist. Er hat nur an seine Karriere und ans Geldverdienen gedacht, als er für die Nazis sang,‘‘ empört sich Jordy Klabbers. Er ist 21 Jahre jung, nennt sich ,,Antifaschist‘‘ und ,,Kommunist.‘‘ Während Klabbers, das zu uns sagt, steigt Jacobus Meijer von seinem Fahrrad. ,,Das ist doch Unsinn, was Du da erzählst. Heesters war kein Nazi. Er ist vor dem Krieg nach Deutschland gegangen, das kann man ihm doch heute nicht vorwerfen. Ich mag seine Musik,‘‘ empört sich der 57jährige Meijer. ,,Ich bin wie Heesters in Amersfoort geboren und ich bin froh, dass er wieder da ist. Er hat nichts verbrochen.‘‘

Jopie und die Nazi-Zeit

Die Anzahl der Medienvertreter vor dem Theater De Flint, die vor allem aus Deutschland, den Niederlanden, Österreich und Belgien kommen, sind um ein Vielfaches zahlreicher als die Zahl der Demonstranten, die auf Plakaten Heesters als ,,Nazi-Sänger‘‘ darstellen und seine Anwesenheit im KZ Dachau 1941 immer wieder lautstark rügen. ,,Er hätte sich für seine Auftritte in Deutschland während der Nazi-Zeit bei uns entschuldigen müssen,‘‘ fordert Afko Schoonbeek (71), einer der Demonstranten.


Doch das hört der 104jährige Johannes Heesters drinnen im Theater nicht, wo er zusammen mit seiner 58jährigen Frau Simone seine triumphale Rückkehr auf die Bühne in seiner Heimatstadt zu einem großen, zu einem historischen Theaterereignis macht. Lieder aus dem ,,Bettelstudent‘‘ und der ,,Lustigen Witwe‘‘ folgen. Dann der Höhepunkt. Für seine Frau Simone, die er auf Niederländisch ,,Poppie‘‘ nennt, intoniert der 104jährige: ,,Durch Dich wird die Welt erst schön,‘‘ um dann mit typisch niederländischem Humor hinzuzufügen: ,,Für Dich singe ich das Lied gratis. Das Publikum hat dafür bezahlt.‘‘ Überhaupt sprüht Heesters vor Humor und Sarkasmus. Gut, er ist ein Profi, er stand fast sein ganzes Leben lang auf der Bühne, aber was er tut, das wirkt. Als er beispielsweise ganz elegant wie ein Zwanzigjähriger das rechte über das linke Bein schlägt, als er seinen Pianisten Uli Kofler höflich bittet: ,,Hast Du ein Bier für mich ?‘‘ Und als seine Frau Simone ab und zu - für jeden hörbar und beabsichtigt - als Stichwortgeberin für den nächsten Song fungiert.
,,Poppie, wie geht's weiter?‘‘ fragt Heesters dann.
Das Finale. Johannes Heesters stimmt eine der schönsten holländischen Schnulzen an, ein Lied das fast jeder Niederländer auswendig kennt: ,,O mooie molen....‘‘ (Oh, schöne Windmühle, wo meine Liebste wohnt).
Das ganze Publikum singt mit. Heesters ist sichtlich glücklich. Der 104jährige denkt aber noch lange nicht ans Aufhören, obwohl das Konzert schon zwei Stunden dauert. Die Showlegende wird noch von der Stadt Amersfoort geehrt. Heesters prophezeit: ,,Ich komme zurück, spätestens in sechs Jahren zu meinem 110. Geburtstag.

Auf ein Gläschen mit Jopie


Zu diesem Zeitpunkt gibt es längst keine Demonstranten mehr vor dem Theater de Flint. Jopie Heesters aber ist erleichtert und glücklich. ,,Das war ein wunderschöner Tag für mich. Wir gehen jetzt schlafen,‘‘ sagt er im Gespräch mit HM HetzelMedia nach Ablauf des Konzerts. Da zeigt die Uhr halb Drei am Morgen. ,,Ich trinke jetzt vor dem Einschlafen noch ein Gläschen Genever. Das hab‘ ich mir verdient,‘‘ sagt er zum Abschied und lässt sich von seiner Familie nach draußen begleiten. Ein Kollege von der Zeitung ,,Algemeen Dablad‘‘ meint: ,,Eigentlich ist Johannes Heesters der Robbie Williams seiner Zeit gewesen.‘‘

PS: Der Auftritt in Amersfoort war am 17.2.2008

Hier das Video dazu:

http://www.youtube.com/watch?v=E_Nsg3oLZgk

 

/ Textende / Copyright © by HELMUT HETZEL / Den Haag /

Kontakt:

HELMUT HETZEL
Benelux-Correspondent

+31-70-363 58 57
+31-6-54 77 32 17

 

 

 

 

Zuletzt aktualisiert am Sonntag, 25. Dezember 2011 um 09:52 Uhr
 

Markus Lüpertz in Den Haag

E-Mail Drucken PDF

marcus-lpertz1

,,Die Unterhaltungsindustrie ist die völlige Verblödung‘‘

Markus Lüpertz in Den Haag

HM-Gespräch mit dem großen deutschen Maler und Bildhauer

Von HELMUT HETZEL

Markus Lüpertz hält Hof. Der deutsche ,,Malerfürst‘‘ wie ihn manche nennen, ist in Den Haag anlässlich der Eröffnung der großen Übersichtsausstellung über sein Werk im renommierten Gemeentemuseum (GEM). Titel der Ausstellung: ,,Im göttlichen Licht.‘‘

Der Andrang zur Ausstellungseröffnung ist riesig. Alles, was in der Haager und der niederländischen Kunstszene Rang und Namen hat, gibt dem 70jährigen Markus Lüpertz die Ehre. Der genießt es sichtlich als Museumsdirektor Benno Tempel ihn als ,,den König der Maler‘‘ bezeichnet oder als RWE-Chef Jürgen Großmann Lüpertz als einen ,,ganz Großen, als einen Genie‘‘ darstellt. RWE sponsert die Lüpertz-Retrospektive. Als Genie sieht sich Lüpertz übrigens auch selbst. Er meint, die Künstler haben gemeinsam mit Gott die Welt erschaffen.


Oder: ,,Die Künstler sind die Creme de la Creme. Alles andere sind Zwerge.‘‘ Und: ,,Es gibt nur ein Leben und das kann man nur als Künstler leben.‘‘

watch: 

http://www.youtube.com/watch?v=Y0qP726neCU

Mit solch kernigen Aussagen schafft sich Markus Lüpertz nicht nur Freunde. Sein Selbstbewußtsein und seine Art, von manchem als arrogant verkannt, machen Lüpertz umstritten. Aber Kunst und Künstler müssen provozieren, zum Nachdenken anregen. Reflexionen auslösen. In Salzburg mögen manche Lüpertz nicht, weil er eine angeblich eine ,,obzöne‘‘ Skulptur von Mozart schuf. In Deutschland legt sich Lüpertz gern mit bestimmten Medien an, besonders mit denen, die Lüpertz ,,kategorisieren‘‘ und ,,eintüten,‘‘ ihn in eine Schublade stecken wollen. Dabei ist der große Maler und Bildhauer im persönlichen Gespräch ein sehr charmanter, ideenreicher, liebenswürdiger und humorvoller Mensch. Markus Lüpertz ist überhaupt nicht arrogant.

 

Wir fragen ihn: Was ist Malerei? Antwort: ,,Die Malerei ist es, die den Menschen die Welt erklärt. Die Malerei ist es, die den Menschen die Welt begreifbar macht. Wenn man einen Sonnenuntergang sieht, wird man an den britischen Maler William Turner denken. Caspar David Friedrich hat uns gelehrt, Landschaften zu begreifen und Sehnsüchte zu erleben. Das Bild von einem Baum im Winter ist unlöslich mit Edvard Munch verbunden. Ohne die Kunst, ohne die Malerei hätten die Menschen die Welt mit all ihren Aspekten nie so sehen können wie sie ist.‘‘

Über seinen eigenen Stil will Markus Lüpertz keine konkreten Angaben machen. Er will sich nicht eintüten lassen. ,,Jedes meiner Bilder ist einzigartig und steht für sich selbst. Ich will mich nicht kategorisieren lassen. Aber ich stehe in der Tradition der europäischen Malerei. Ich unterscheide mich klar vom konkreten Malen der Amerikaner á la Roy Lichtenstein. Jedes meiner Bilder ist singulär. Es ist immer ein Ausdruck von Sehnsucht, von Verzweiflung, es beinhaltet immer auch das Risiko, zu versagen und das Streben nach Vollendung. In Europas Kunst und in Europas Malerei gehört das Scheitern und das Unvollendete mit zur Kunst. Es ist Teil der Kunst. Das zeigt schon ein Torso in der Antike. Rodin hat den Torso zur Vollendung gebracht. Deshalb hat mein Herkules auch nur einen Arm.‘‘

,,Sein Herkules‘‘ das ist eine riesige 16 Meter hohe Skulptur, die Markus Lüpertz auf einer alten Zeche in Gelsenkirchen platziert hat. Sein Herkules - mit blauen Bart, knallroten Lippen und nur einem Arm - ist sein Beitrag zur Kulturhauptstadt Ruhrgebiet in 2010 gewesen. 35 Tonnen wiegt der Herkules mit dem überdimensionierten Kopf. ,,Der Kopf des Herkules musste so groß ausfallen, weil Herkules auf einem Zechenturm steht. Wäre er kleiner gewesen, hätte man den Kopf von unten zu Herkules hinaufblickend gar nicht mehr erkennen können,‘‘ erläutert Lüpertz das Konzept seiner Herkules-Statue. Er hat sie in drei Teilen erstellt und die Teile erst am Ende zusammengefügt. ,,Anders hätte ich diese Herkules-Skulptur nie in dieser Größe machen können,‘‘ sagt er.

Das Genie

Sehr kritisch äußert sich Lüpertz, der von 1988 bis 2009 Rektor und Professor an der Staatlichen Kunstakademie in Düsseldorf war, über die Rezeption der Malerei heutzutage. ,,Mit der Malerei ist es in gewisser Weise wie mit der Literatur und mit den Büchern. Es werden zwar immer mehr Bücher gekauft, aber es wird immer weniger gelesen.‘‘ Mit Gemälden sei das ähnlich. ,,Früher hängte man sich einen röhrenden Hirsch ins Wohnzimmer, heute ein Foto von Marilyn Monroe oder man schaut sich Videos an. Der visuelle Terror ist total. Die Unterhaltungsindustrie ist die völlige Verblödung. Die Technik ist dabei, sich selbst zu besiegen.‘‘
Markus Lüpertz, der sich selbst wie eine Ikone der Malerei stilisiert und sich optisch durch einen Kleidungsstil in Szene setzt auf den Karl Lagerfeld noch neidisch werden könnte, ist der Harry Mulisch der Malerei. Harry Mulisch (,,Die Entdeckung des Himmels‘‘) und Markus Lüpertz (Neo-Expressionist) haben viel gemein. Mulisch, der am 30. Oktober 2010 im Alter von 83 Jahren verstarb, pflegte zu sagen: ,,Ich bin unsterblich und der größte Schriftsteller,‘‘ Markus Lüpertz sagt: ,,Ich bin ein Genie.‘‘

Beide haben sie Recht. Beide sind sie Genies. Der eine als Schriftsteller, der andere als Maler und Bildhauer. Beide behaupten sie auch: ,,Als Künstler wird man geboren. Man ist es oder man ist es nicht.‘‘

Markus Lüpertz: ,,Im göttlichen Licht -
In´t God‘lijk licht, In Divine Light‘‘ Den Haag, Gemeentemuseum bis 2. Oktober
2011.

LINK:

www.gemeentemuseum.nl

 

27.6.2011

/ Textende / Copyright © by HELMUT HETZEL / Den Haag

 

 

Zuletzt aktualisiert am Dienstag, 28. Juni 2011 um 08:04 Uhr
 

Niederlande-Deutschland: Eine Liebe

E-Mail Drucken PDF

Spielungen - eine deutsch-niederländische Ferienliebe

HM-HetzelMedia-Interview mit Jochen Bläsing (EmeritusB) über seinen Roman SPIELUNGEN

Mit Bläsing sprach in Den Haag Helmut Hetzel

F: Herr Professor Bläsing, Sie haben einen Roman über eine deutsch-niederländische Liebe geschrieben. Verraten Sie uns bitte etwas über den Inhalt.

A: Gern. Kern meines Romans ist in der Tat die Liebe zwischen einem neunzehnjährigen Abiturienten aus dem noch halb in Trümmern liegenden Berlin und Annemieke, der Tochter eines vermögenden niederländischen Intellektuellen. Die beiden jungen Leute haben sich zufällig in Paris kennengelernt, und das Besondere daran ist, daß ihre Beziehung, im Grunde eine typische Ferienliebe, eben nicht, wie so häufig, nach dem Urlaub an den widrigen Umständen des Alltags scheitert, die in ihrem Fall zudem besonders schwer wiegen mögen.

F: Als da waren?
A: Nun, unter anderem die viele hunderte Kilometer große Distanz zwischen Berlin und Haarlem, während des Kalten Krieges eine Bahnreise von nicht weniger als zwölf Stunden, dann die andere Sprache und Kultur sowie das ganz unterschiedliche soziale Gefüge ihrer Familien. Vergessen darf man auch nicht die damals noch stärker als heute herrschende Animosität in den Niederlanden gegen alles aus dem Land der ehemaligen Besatzer.

F: Ihr Roman trägt starke autobiographische Züge. Ist es eine Art Familiensaga?
A: So könnte man es sehen, ja. Neben dem romantischen Kern enthält das Buch allerdings auch zahlreiche Highlights wie etwa das heldenhafte Auftreten zweier niederländischer SS-Leute im Berlin der Stunde Null oder die späteren freundschaftlichen Kontakte zu Prinz Claus. Alles ist eingebettet in die berlinerseits trotz aller Nachkriegswirren erstaunlicherweise recht normale, holländischerseits jedoch dramatische Familiengeschichte.

F. Das stimmt schon neugierig. Wann wird das Werk erscheinen?
A: Mitte Juni, das hängt entscheidend davon ab, wie schnell mein Verlag mit den Korrekturen der Druckproben fertig wird.

                                              Zweisprachiger Roman


F: Ihr Roman ist zweisprachig. Niederländisch und Deutsch. Warum das?
A: Zu etwa gleichen Teilen, ja, meine Frau hält das nach wie vor für ziemlich bescheuert, und vielleicht hat sie sogar recht. Und doch, ach, das hat sich einfach so ergeben, für mich sogar aus verschiedenen Gründen zwingend, die ich im Vorwort verantworte. Hier sei auf den natürlichen, ja, logischen Fluss der Erzählung hingewiesen, der meines Erachtens empfindlich gestört worden wäre, hätte sich die Ich-Person von Anfang bis Ende nur einer Sprache bedient. Zudem bedingt jede Übersetzung unbestreitbar einen Verlust an Authentizität und geht dabei sprachlich Einzigartiges verloren. Beides wollte und konnte ich vermeiden. So ist es eben in erster Linie ein Buch für zumindest einigermaßen zweisprachige Leser geworden. Kein Problem, so meine ich, denn davon gibt immer noch reichlich in den Niederlanden und in den angrenzenden deutschen Bundesländern.

F: Sie waren in den neunziger Jahren bis zu Ihrem Emeritat im Jahre 2001 Professor für niederländisch-deutsche Wirtschaftsbeziehungen an der Universität von Tilburg. Wie haben sich die deutsch-niederländischen Beziehungen in den zurückliegenden Jahren entwickelt und verändert. Sind sie noch ausbaufähig?
A: Ich meine, daß die heutigen Beziehungen ganz allgemein von immer mehr gegenseitigem Respekt für die spezifischen Leistungen des Partnerlandes, ja, zunehmend auch von freundschaftlichem Verständnis geprägt werden. Sicherlich gibt es bisweilen noch allerlei Aufgeregtheiten und Rückfälle in die verständlichen Verkrampfungen von gestern, aber generell überherrscht jetzt meiner Meinung nach auch auf der niederländischen Seite wohltuende Gelassenheit.
Zu den Wirtschaftsbeziehungen zwischen beiden Ländern ist zu sagen, dass sie seit langem ausgezeichnet sind, was aber nicht bedeutet, dass sie nicht noch ausgezeichneter sein könnten. Beispielsweise wenn insbesondere niederländische Unternehmer sich etwas gezielter auf ihre ureigendsten Marktvorteile besinnen würden, d.h. neben der sprichwörtlichen Weltoffenheit ihrer traditionell guten Sprachkenntnisse. Auch dazu finden sich in dem Roman einige Passagen. Auf dem für Holland (über)lebenswichtigen deutschen Markt lassen sich einzigartige Produkte natürlich auch auf Englisch oder Armenisch verkaufen, wer aber u.a. Tomaten und Fahrräder anbieten und kein Deutsch sprechen will, verschenkt von vornherein riesige Marktanteile. Nach Schätzungen aus den 90er Jahren geht es dabei um Milliarden.

Typisch niederländisch - typisch deutsch
F: Was ist für Sie typisch niederländisch?
A: Um bewusst die bekannten Stereotypen auszulassen: Der Einfluss des beispiellosen Goldenen Zeitalters der Niederlande, das bis heute ihre Identität, Politik, Gesellschaft und Habitus mitprägt. Gerade das höchst selbstbewusste Auftreten des relativ winzigen Landes auf der Weltbühne ist ohne Kenntnis seiner grandiosen historischen Leistung im 17.jahrhundert nicht immer ohne weiteres einsichtig.

F: Was ist für Sie typisch deutsch?
A: Da stimme ich einer Bemerkung meines niederländischen Schachfreundes zu, der mir just dieser Tage neidlos eine typisch deutsche Eigenschaft attestierte, wie sie beispielsweise auch deutschen Fußballern bescheinigt wird, nämlich trotz eigentlich schon verlorener Stellung weiterzukämpfen und so nicht selten doch noch die Partie zu gewinnen.

F: Haben Sie noch einen deutschen Pass?
A: Ja, und zwar nur diesen. Vor einigen Jahrzehnten habe ich einmal eine doppelte Staatsangehörigkeit erwogen, um unserem in Tilburg geborenen Sohn die möglicherweise drohende Wehrpflicht in der Bundesrepublik zu ersparen. Den entsprechenden Antrag haben die Holländer allerdings schon im Vorfeld abgelehnt, und ein gänzlicher Wechsel kam für mich von vornherein nicht in Frage. Zum Glück erwiesen sich meine Befürchtungen später als unbegründet.

Über den Autor:

Jochen Bläsing (alias EmeritusB, Berlin 1940) verfasste eine Reihe von Monographien und Artikeln in Fachzeitschriften. Neben seiner Tätigkeit als Wissenschaftler war er immer als Jazzmusiker aktiv (Klavier/Klarinette in Berlin, Klavier/Keybord und Trompete  in Holland) sowie belletristisch tätig. Seinen ersten Roman Spiegel böser Seligkeit (unveröffentlicht) schrieb er parallel zu seiner 1973 in Leiden herausgegebenen Dissertation. Er lebt mit seiner Frau in der Nähe von Haarlem und Berlin.


Jochen Bläsing: Spielungen, Verlag: Free Musketeers, Zoetermeer 2011, 494 Seiten, 29,95 Euro, ISBN: 978-90-484-1855-8. Erscheinungstermin: 15. Juni 2011

 14.6.2011

Zuletzt aktualisiert am Dienstag, 14. Juni 2011 um 15:16 Uhr
 

Markus Lüpertz - der Harry Mulisch der Malerei

E-Mail Drucken PDF

marcus-lpertz1

 

Markus Lüpertz - der Harry Mulisch der Malerei

Große Ausstellung im Museum Würth in Den Bosch - Gespräch mit dem großen deutschen Maler

Von HELMUT HETZEL

 ,,Ich freue mich immer, wenn ich meine Bilder, die ich gemalt habe, wieder sehe.'' Die Freude ist Markus Lüpertz anzusehen. Sie steht ihm förmlich ins Gesicht geschrieben, als er viele seiner Bilder - und einige seiner Skulpturen - anlässlich der Ausstellungs-Eröffnung im Museum Würth im niederländischen `s-Hertogenbosch (Den Bosch) wieder sieht. Gerne posiert er für die Fotografen vor seinen Werken, die in Den Bosch im Museum Würth noch bis zum 25. September zu bewundern ist. ,,Ja, ein bisschen Werbung für mich darf ich doch noch machen,‘‘ sagt er zu einem der Fotografen, der den Künstler vor seinen Gemälden immer wieder in neuen Positionen haben will, um das optimale Foto zu bekommen.

Entspannt, angeregt und mit intellektuell anspruchsvollen Reflexionen über die Malerei anno domini 2011 und die Malerei an sich empfängt der 70jährige dann Gäste und Journalisten in der Galerie Würth in Den Bosch zu einem Gedankenaustausch.

Lüpertz legt im Gespräch mit HM HetzelMedia gleich richtig los: ,,Die Malerei ist es, die den Menschen die Welt erklärt. Die Malerei ist es, die den Menschen die Welt begreifbar macht.

Wenn man einen Sonnenuntergang sieht, wird man an den britischen Maler William Turner denken. Caspar David Friedrich hat uns gelehrt, Landschaften zu begreifen und Sehnsüchte zu erleben. Das Bild von einem Baum im Winter ist unlöslich mit Edvard Munch verbunden. Ohne die Kunst, ohne die Malerei hätten die Menschen die Welt mit all ihren Aspekten nie so sehen können wie sie ist.‘‘

Über seinen eigenen Stil will Markus Lüpertz keine konkreten Angaben machen. Er will sich nicht eintüten lassen. ,,Jedes meiner Bilder ist einzigartig und steht für sich selbst. Ich will mich nicht kategorisieren lassen. Aber ich stehe in der Tradition der europäischen Malerei. Ich unterscheide mich klar vom konkreten Malen der Amerikaner á la Roy Lichtenstein. Jedes meiner Bilder ist singulär. Es ist immer ein Ausdruck von Sehnsucht, von Verzweiflung, es beinhaltet immer auch das Risiko, zu versagen und das Streben nach Vollendung. In Europas Kunst und in Europas Malerei gehört das Scheitern und das Unvollendete mit zur Kunst. Es ist Teil der Kunst. Das zeigt schon ein Torso in der Antike. Rodin hat den Torso zur Vollendung gebracht. Deshalb hat mein Herkules auch nur einen Arm.‘‘

Herkules Blaubart

,,Sein Herkules‘‘ das ist eine riesige 16 Meter hohe Skulptur, die Markus Lüpertz auf einer alten Zeche in Gelsenkirchen platziert hat. Sein Herkules - mit blauen Bart, knallroten Lippen und nur einem Arm - ist sein Beitrag zur Kulturhauptstadt Ruhrgebiet in 2010 gewesen. 35 Tonnen wiegt der Herkules mit dem überdimensionierten Kopf. ,,Der Kopf des Herkules musste so groß ausfallen, weil Herkules auf einem Zechenturm steht. Wäre er kleiner gewesen, hätte man den Kopf von unten zu Herkules hinaufblickend gar nicht mehr erkennen können,‘‘ erläutert Lüpertz das Konzept seiner Herkules-Statue. Er hat sie in drei Teilen erstellt und die Teile erst am Ende zusammengefügt. ,,Anders hätte ich diese Herkules-Skulptur nie in dieser Größe machen können,‘‘ sagt er.


Sehr kritisch äußert sich Lüpertz, der von 1988 bis 2009 Rektor und Professor an der Staatlichen Kunstakademie in Düsseldorf war, über die Rezeption der Malerei heutzutage. ,,Mit der Malerei ist es in gewisser Weise wie mit der Literatur und mit den Büchern. Es werden zwar immer mehr Bücher gekauft, aber es wird immer weniger gelesen.‘‘ Mit Gemälden sei das ähnlich. ,,Früher hängte man sich einen röhrenden Hirsch ins Wohnzimmer, heute ein Foto von Marilyn Monroe oder man schaut sich Videos an. Der visuelle Terror ist total. Die Unterhaltungsindustrie ist die völlige Verblödung. Die Technik ist dabei, sich selbst zu besiegen.‘‘


Markus Lüpertz, der sich selbst wie eine Ikone der Malerei stilisiert und sich optisch durch einen Kleidungsstil in Szene setzt auf den Karl Lagerfeld noch neidisch werden könnte, ist der Harry Mulisch der Malerei. Harry Mulisch (,,Die Entdeckung des Himmels‘‘) und Markus Lüpertz (Neo-Expressionist) haben viel gemein. Mulisch, der am 30. Oktober 2010 im Alter von 83 Jahren verstarb, pflegte zu sagen: ,,Ich bin unsterblich und der größte Schriftsteller,‘‘ Markus Lüpertz sagt: ,,Ich bin ein Genie.‘‘


Beide haben sie Recht. Beide sind sie Genies. Der eine als Schriftsteller, der andere als Maler und Bildhauer. Beide behaupten sie auch: ,,Als Künstler wird man geboren.‘‘

Der Maler und der Fußball

Aber anders als Harry Mulisch ist Markus Lüpertz beispielsweise ein großer Fußball-Fan und war er - bevor er durch einen Autounfall sich das rechte Knie verletzte - ein begeisterter Fußballspieler. ,,Ich bin Schalke-Fan, aber auch Mitglied beim KSC in Karlsruhe,‘‘ sagt Lüpertz stolz. Denn ,,Karlsruhe war für mich die erste Freiheit. Diese Stadt und die Möglichkeiten, die sie mir gab, knipsten das Licht an und sie wärmte mich mit ihrem südlichen Charme,‘‘ stellte Lüpertz 1988 fest, als er dort im lieblichen Karlsruhe lebte.
Harry Mulisch dagegen mochte den Fußball nicht so sehr. Er war ein Fan von ,,Blondie‘‘ und der Popmusik. Und anstatt in Karlsruhe war Mulisch lieber in Wien, wenn er nicht in Amsterdam im Grand Café des Hotel Americain weilte.

Die Kunst von Markus Lüpertz im Museum von der Fabrik Würth ist noch bis 27. September bei Würth in Den Bosch zu sehen.

Im Juni  2011 wird das Haager Gemeendemuseum eine große Übersichtsausstellung der Werke von Markus Lüpertz präsentieren. ,,Das wird ein Highlight‘‘ freut sich der Künstler heute schon auf die Ausstellung.

---

Über die Würth-Gruppe, Hauptsitz Künzelsau, Baden-Württemberg

Die Würth-Gruppe ist heute der weltweit größte Hersteller und Anbieter von Montage- und Befestigungstechnik und -Technologie. Sie bietet mehr als 100.000 Produkte an, beschäftigt weltweit 62.433 Mitarbeiter und konnte in 2010 den Umsatz um 14,2 % auf 8,6 Mrd. Euro steigern. Das Betriebsergebnis für 2010 wird nach Angaben des Konzerns in 2010 zwischen 380 Mio. und 400 Mio. Euro liegen. Die Kunstsammlung von Firmenchef Reinhold Würth ist eine der bedeutendsten in ganz Europa.

Links:

www.wuerth.com

www.wurth.nl; www.wurth.nl/kunstlocatie

Sonntags von 11-17.00 Uhr, Eintritt frei. 

Adresse: Het Sterrenbeel 35, Den Bosch

 

23.1.2011

/ Textende / Copyright © by HELMUT HETZEL / Den Haag

 

 

 

Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, 27. Januar 2011 um 18:45 Uhr
 


JPAGE_CURRENT_OF_TOTAL
feed image