Hetzel Media - News Benelux

  • Schrift vergrößern
  • Standard Schriftgröße
  • Schriftgröße verkleinern

Taxifahrer-Terror in Amsterdam

E-Mail Drucken PDF


Taxi - Amsterdam

Der Taxifahrer-Terror in Amsterdam

Von HELMUT HETZEL

Amsterdam. Der Totschlag eines Fahrgastes durch einen Amsterdamer Taxifahrer hat in den Niederlanden helle Empörung ausgelöst. Aber auch aus dem Ausland melden sich inzwischen zahlreiche Touristen zu Wort, die während ihres Besuchs in der holländischen Hauptstadt von Amsterdamer Taxifahrern skrupellos abzockt und sogar bedroht wurden. Sie schildern in niederländischen Medien ihre schrecklichen Erfahrungen, die sie mit Amsterdamer Taxifahrern machen mussten. Ein Brite schreibt der Amsterdamer Zeitung ,,de Telegraaf:‘‘ ,,Der Taxifahrer hielt mich in seinem Auto regelrecht gefangen. Er hatte die Zentralverriegelung an, so dass ich nicht aussteigen konnte. Er verlangte einen Aufpreis von 20 Euro auf den normalen Fahrpreis, der ebenfalls 20 Euro betragen hatte. Nur wenn ich den bezahle, dürfe ich aussteigen, drohte er mir.‘‘ Der Brite hat gezahlt, erst dann durfte er aussteigen. Ein deutscher Tourist berichtet. ,,Für jedes Gepäckstück, das ich bei mir hatte, wollte der Taxifahrer eine Transportgebühr von fünf Euro, zuzüglich zum normalen Fahrpreis.‘‘ Auch er zahlte und wurde so abgezockt. Niederländer, die zu einem kurzen Aufenthalt in ihre Hauptstadt kommen, berichten: ,,Wir stiegen in ein Taxi in Amsterdam. Der Chauffeur sagte nur ,,Ich nix verstehen.‘‘ Dann fuhr er uns kreuz und quer durch die Stadt, aber nicht zum Museumplein, wo wir eigentlich hin wollten. Für die Fahrt sollten wir 55 Euro bezahlen.‘‘ Auch sie zahlten den völlig überhöhten Fahrpreis obwohl der Fahrer sie nicht einmal dort hin gebracht hatte, wohin sie wollten.


Inzwischen ist bekannt, wer der Fahrgast ist, der am vergangenen  Sonntag in Amsterdam von einem Taxifahrer erschlagen wurden. Er heißt Rob Sitek. Er war ein gebürtiger Amsterdamer, dreifacher Familienvater, seine jüngste Tochter ist gerade elf Monate alt. Sein Bruder André mit dem Rob Sitek in der Nacht von Samstag auf Sonntag in Amsterdam auf Kneipenbummel war, berichtet: ,,Wir hatten einen phantastischen Abend, sind noch zusammen zum Leidseplein gelaufen. Da ich da in der Nähe wohne, habe ich mich von meinem Bruder verabschiedet und bin nach Hause gegangen. Mein Bruder sagte: Ich nehme mir ein Taxi. Doch die Taxifahrt hat er nicht überlebt. Hätte ich ihm doch angeboten, er solle bei mir übernachten.‘‘
Auch die Identität des Täters, der seinen Fahrgast erschlug, ist inzwischen bekannt. Es ist der 37jährige Sidi Mohammed B.. Seine Taxifahrerlizenz ist noch bis zum 7. Mai 2012 gültig.

,,Taxifahrgäste werden in Amsterdam von den Chauffeuren oft wie ein Stück Dreck behandelt. Seit Jahren berichten wir darüber. Aber es ist nichts geschehen. Es musste erst ein Mensch sterben bis die Stadtverwaltung endlich wach wurde. Die Maßnahmen, die jetzt hoffentlich und endlich ergriffen werden gegen die Taxi-Maffia, sie kommen leider zu spät,‘‘ schreibt die Amsterdamer Zeitung ,,de Telegraaf‘‘ am Dienstag in einem Leitartikel.


Die Staatssekretärin für Verkehr Tineke Huizinga bekräftigte gestern erneut, dass sie trotz parlamentarischer Sommerpause ,,in den nächsten Wochen‘‘ ein neues Taxi-Gesetz dem Haager Parlament zuleiten werde. Der Amsterdamer Bürgermeister Job Cohen kündigte an, dass er die Polizei beauftragt habe, verstärkt an Taxi-Ständen zu patrouillieren.
Nur, wenn man einmal in einem Amsterdamer Taxi sitzt, dann ist man den brutalen Fahrern dort hilflos ausgeliefert.

Am besten ist, man nimmt sich in Amsterdam kein Taxi mehr.

7.7.2009

/ Textende / Copyright © by HELMUT HETZEL / Den Haag /

Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, 09. Juli 2009 um 15:24 Uhr  

feed image